Vergleichsfahrt Setra S 228 DT - Setra S 431 DT
Ulm
11.04.2006
Erster Setra Doppelstockbus S 228 DT vor 25 Jahren präsentiert
  • 1982 – 1993: 1 104 Fahrzeuge verkauft
  • Setra S 228 DT international gefragt
Die Setra Baureihe 200 hatte sich seit ihrer Premiere im Jahr 1976 schon sehr gut bei vielen Kunden in ganz Westeuropa behauptet. Sie war nach fünf Jahren auf 33 Varianten angewachsen. Dann hatte der Setra S 228 DT (Doppelstock Touristik) – das Reisebus-Flaggschiff mit vier Metern Höhe – anlässlich der IAA 1981 Premiere. Eine allgemein erschwerte Kostensituation im Reisebusgeschäft beschleunigte damals zunehmend bei vielen Unternehmern den Trend, Fahrzeuge mit höheren Sitzplatzkapazität in Dienst zu stellen. Außerdem griff der Gesetzgeber in einigen Nachbarländern indirekt ein: Gelenkbusse erhielten damals ein Einfahrtverbot in die Schweiz und nach Frankreich, was sich auch auf den Fernreiseverkehr nach Spanien negativ auswirkte. Ein Großraum-Reisebuskonzept war also nicht nur dringend geboten, sondern kam dadurch auch schnell zur Geltung.
Super-Hochdecker (HDS) als Basis für den Doppelstockbus
Setra, die Marke, die immer eine sehr rege Omnibus-Variantenentwicklung betrieben hat, präsentierte 1979 einen Gelenkbus in Super-Hochdeckerausführung, den SG 221 HDS, bei dem Fahrer- und Beifahrerplatz unter die Fahrgastebene verlegt waren. Dadurch konnten zusätzliche Sitzreihen gewonnen werden. Die Erkenntnisse aus dieser Entwicklungsarbeit erbrachten ein sichtlich erfolgreiches Ergebnis: Super-Hochdeckerbusse (HDS), die ideal für gehobene Fernreisen waren und eine großzügige Innenraumgestaltung sowie viel Platz für Gepäck bieten konnten. Im Jahr 1980 wurden der S 216 HDS und der S 215 HDS im Markt eingeführt. Während der S 216 HDS das sogenannte Unterflur-Cockpit hatte, war der S 215 HDS mit einem konventionellen Fahrerplatz ausgestattet und hatte deshalb auch eine Sitzreihe weniger. Die Außenmaße der beiden Flaggschiffe im damaligen Setra Reisebusprogramm waren mit 12 000 mm Länge und einer Höhe von 3 630 mm gleich. Die drei Achsen der Fahrzeuge erlaubten ohne Probleme vielfältige Möglichkeiten für Komforteinbauten und große Kofferräume. Für viele Busunternehmer Westeuropas waren diese beiden Setra Typen echte Aushängeschilder für das anspruchsvoller werdende Fernreisegeschäft.
Setra S 228 DT international gefragt
Die mit den HDS-Typen erworbenen praxisnahen Erfahrungen unterstrichen letzten Endes die Erkenntnis, dass die Baureihe 200 als Basis für die Entwicklung eines Setra Doppelstockbusses geradezu prädestiniert ist. Viele bewährte Komponenten und Teile des Standardprogramms konnten in den S 228 DT integriert werden. Der Setra S 228 DT war deshalb in seinen entscheidenden Merkmalen ein echtes Fahrzeug dieser erfolgreichen Baureihe. Dies bestätigen letztlich auch die in der Zeit von 1982 bis 1993, in denen dieser Typ gebaut worden ist, insgesamt 1 104 abgesetzten Einheiten. Den Rekord brachte dabei das Jahr 1991 mit 168 verkauften S 228 DT. Nicht nur in Deutschland kam der vier Meter hohe Luxusbus mit zwei Fahrgastebenen sehr gut an, auch im Export war er gefragt. Vor allem in England, Schweden, Norwegen, Dänemark, Frankreich, der Schweiz, Italien und Österreich, ja selbst im kleinen San Marino, war der Setra Doppelstock vertreten.
Der Erfolg beruhte zum einen auf der wirtschaftlichen und rationellen Fertigung und zum andern auf dem vorteilhaften Anschaffungspreis, der sich in einem günstigen Verhältnis bezogen auf das Sitzplatzangebot, Personal- und Fixkosten ausdrückte. Das machte für viele Betriebe die Anschaffung dieses Großraum-Reisebusses realisierbar. Darüber hinaus war dieses attraktive Flaggschiff für viele Busunternehmer die beste Werbung für Omnibusreisen schlechthin. Der S 228 DT stand für attraktive Reisequalität, hervorragende Fahreigenschaften, hohen Sicherheitsstandard und komfortables Reisen.
Zeitlose Eleganz prägt das Design
Der S 228 DT bestach durch eine zeitlose Eleganz des Designs, das auf Wertbeständigkeit und Zweckmäßigkeit ausgerichtet gewesen ist. Dieses Styling und die strömungsgünstige Frontpartie – bei einem Fahrzeug dieser Größe von besonderer Bedeutung – ohne hemmende Dachvorsprünge und Aufbauten, waren bald sein Markenzeichen.
Fünf Typen mit 33 Varianten
Die Baureihe 200 umfasste damit fünf Jahre nach der Premiere fünf Typenreihen: Optimal (Reisebusse H / HD, HDS, HDSI und DTI), International (HI / HDI), Rational (HR, HRI, RL), Regional (UL) und Communal (SL). Dazu kamen noch Export Sonderbusse (HDH Intercontinental / USA-Version, HDE und HE) sowie Sonderbusse, Büchereifahrzeuge und Busse für den Transport im Strafvollzug. Insgesamt belief sich das Programm mit Sonderfahrzeugen auf 33 Varianten. Mit dieser Typenvielfalt konnten Marktnachfragen aus dem In- und Ausland mit verschiedenen Längenvarianten, Türanordnungen sowie unterschiedlichsten Höhen und Breiten bedient werden.
Zuverlässige Technik machte den S 228 DT auch wirtschaftlich attraktiv
  • Sphärisch gewölbte Windschutzscheibe garantierte ausgezeichnetes Sichtfeld
  • Vorderachse mit günstigem Einschlagwinkel von 52° für beste Wendigkeit
Der vier Meter hohe S 228 DT hatte zwei Fahrgastebenen, mit einer Stehhöhe auf der unteren Ebene von 1,80 m und auf der oberen von 1,68 m. Alle Fahrgastsitze, bis auf vier im Unterdeck, waren in Fahrtrichtung angeordnet. Das Komfortniveau entsprach dem schon damals sehr hohen Niveau aller anderen Setra Reisebusse. Auch beim S 228 DT galt neben einer optimalen Sitzqualität die Klimatisierung als wichtigstes Komfort-Kriterium. Dieses wurde mit der voll elektronisch gesteuerten Querstrombelüftung und bewährten Heizanlage der Setra Reisebusse erreicht. Selbstverständlich konnten auch Setra Sonderausstattungen wie z. B. die integrierte Klimaanlage eingebaut werden.
Fahrerplatz als Sicherheitszelle
Der S 228 DT hatte serienmäßig eine separate Fahrertür und der Fahrerplatzbereich selbst war als Sicherheitszelle ausgebildet. Eine sphärisch gewölbte Windschutzscheibe garantierte dem Fahrer ein ausgezeichnetes Sichtfeld. Die Anordnung der beiden Fahrgasttüren (vorne und vor der Hinterachse) ermöglichte alle damals gängigen Sitzplatzeinteilungen bis zu einer max. Bestuhlung von 91 Fahrgastsitzen und zwei Begleiterplätzen. Der Kofferraum im hinteren Fahrzeugbereich hatte ein Volumen von neun Kubikmetern.
Mit erprobten Komponenten aus dem Reisebusprogramm
Für das Fahr- und Triebwerk verwendeten die Techniker bei Setra erprobte Fahrzeugkomponenten aus dem Reisebusprogramm der Baureihe 200. Die Vorderachse wurde eigens für den S 228 DT entwickelt und hatte einen günstigen Einschlagwinkel von 52°. In Verbindung mit der Setra Einzelradaufhängung ergab sie bei diesem Fahrzeug eine besonders gute Wendigkeit. Die Triebachse war mit der 1981 auf der IAA vorgestellten Mittenanlenkung versehen. Diese wurde mit einem in der gesamten Baureihe 200 bewährten Dreieckslenker angelenkt. Dadurch erreichte man eine Gewichtseinsparung von 130 kg. Diese Technik bewirkte, dass die dynamischen Achskräfte, die beim Durchfedern, Anfahren und Bremsen entstanden, zentrisch über den Achskörper und die Anlenkung in die Längsträger des Gerippes geleitet wurden. Zusätzlich brachte die Mittenanlenkung eine weitere Komfortsteigerung der Hinterachsfederung. Die dritte Achse wurde bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h passiv gelenkt, bei höherer Geschwindigkeit war sie automatisch arretiert und hatte eine starren Lauf.
Als Motor kam der ladeluftgekühlte Daimler-Benz OM 422 LA mit 276 kW (375 PS) zum Einbau und als Getriebe wurde das ZF-Sechs-Gang-Schaltgetriebe 6 S-150 C verwendet. Die Bremsanlage wies vorn Scheibenbremsen auf und an den Hinterachsen Trommelbremsen. Der Einbau von Bremskraftverstärkern wie Voith-Retarder oder Telma-Bremsen war problemlos möglich.
Diese technischen Ausstattungen, das elegante Design und die gediegene Setra Qualität machten für viele Omnibusbetriebe damals erst die Anschaffung eines Großraum-Reisebusses attraktiv.
Setra Meilensteine und Innovationen
1893 Gründung des Wagnergeschäfts von Karl Kässbohrer
1951 Der erste selbsttragende Bus, der Setra S 8, wird vorgestellt
1955 Auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt stellt Setra die erste Einzelradaufhängung mit Luftfeder für Omnibusse vor.
Präsentation des Setra S 6 auf dem Genfer Salon
1959 Erster Setra Baukasten und erster selbsttragender Gelenkomnibus Europas
1963 Vorstellung der Baureihe 10 mit insgesamt sechs Typen
1964 Setra baut als erster Bushersteller Retarder als verschleißlose Bremse ein
1967 Vorstellung der Baureihe 100 und Serieneinführung der Einzelradaufhängung mit Luftfederung
1976 Die Baureihe 200 mit neuartiger Querstrombelüftung geht in Serie. In den folgenden 15 Jahren generiert diese Baureihe viele Weiterentwicklungen, u. a. einen dreiachsigen Reisehochdecker speziell für den US-Markt und den ersten Niederflurbus für den Überlandlinienverkehr in Europa
1984 ABS wird serienmäßig bei allen Omnibussen eingeführt
1991 Präsentation der Baureihe 300 mit neuartigem Integralspiegelsystem und Außendesign sowie ergonomisch gestaltetem Fahrercockpit und erstmals serienmäßiger Multifunktionsanzeige
1992 Der Setra S 315 HDH wird „Coach of the Year 1993“
1996 Der Setra S 315 NF wird „Bus of the Year 96“
2001 Setra präsentiert die TopClass 400, die hinsichtlich Technologie, Design und Ausstattung neue Maßstäbe setzt. Noch im selben Jahr wird diese neue Reisebusgeneration auf der „Busworld Kortrijk“ zum „Coach of the Year 2002“ gekürt
2002 Präsentation des Doppelstockbusses S 431 DT auf der Internationalen Automobilaustellung (IAA Nutzfahrzeuge) in Hannover.
Vorstellung des S 415 HD als Rechtslenker für Länder mit Linksverkehr.
Verkauf des 1 000. Fahrzeuges der TopClass 400
2003 Für den nordamerikanischen Markt wird im Februar auf der UMA (United Motorcoach Association) in Orlando, Florida, der S 417 offiziell vorgestellt.
Auf der „Coach and Bus“ in Birmingham wird im September der rechtsgelenkte S 415 HD das erste Mal auf einer Fachmesse präsentiert.
Vorstellung von zwei Fahrzeugen der neu konzipierten ComfortClass 400 auf der „Busworld“ im belgischen Kortrijk.
Verkauf des 1 500. Fahrzeuges der TopClass 400.
Von Oktober an werden die Fahrzeuge der TopClass 400 und der ComfortClass 400 serienmäßig mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ausgerüstet
2004 Präsentation des Setra S 415 GT auf der 60. Internationalen Automobilausstellung (IAA Nutzfahrzeuge) in Hannover.
Das vierte Fahrzeug der Setra ComfortClass 400 komplettiert dieses Produktsegment
2005
Anfang März jährt sich die Präsentation des Kompaktbusses Setra S 6 anlässlich des Genfer Automobil Salons im Jahr 1955 zum 50. Mal.

Im März übernimmt das norddeutsche Busunternehmen Imken Touristik das 3 000. Fahrzeug der TopClass 400, einen Setra S 415 HD.

Im Juni wird das 10 000. Fahrzeug der MultiClass – ein S 315 UL – anlässlich einer Demonstrationsfahrt zu Zuverlässigkeit und  Fahrkomfort des Niederflurbusses S 315 NF bei der RVO in Berchtesgaden, an den Kunden, die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft mbH (Mecklenburg-Vorpommern) übergeben.

Im Juni erhält das Busunternehmen Birkmaier mit einem Setra S 415 GT den 1 000. Omnibus der ComfortClass 400.

Im Oktober präsentiert die Marke anlässlich der Fachmesse „Busworld“ im belgischen Kortrijk mit dem Setra S 415 UL und Setra S 417 UL erstmalig zwei Fahrzeuge der neu konzipierten Überlandlinien- Generation MultiClass 400.

Vorstellung der neuen Sicherheitssysteme Abstandsregel-Tempomat (ART) und Dauerbrems-Limiter (DBL) in Reisebussen der TopClass 400 und ComfortClass 400.

2006 Anfang Februar wird der 1 500. Setra Bus nach Belgien ausgeliefert. Bei dem Jubiläumsbus handelt es sich um einen S 416 HDH mit Glasdach für die Firma Carolus Reizen aus Mol-Hasselt, die insgesamt sechs dieser Fahrzeuge erhält. Weitere Komfortausstattungsmerkmale: Ambiente-Bestuhlung, Bordküche sowie CD- und DVD-Player.

Am 7. März wird der 5 000. Reisebus der Baureihen TopClass 400 und ComfortClass 400 ausgeliefert. Das Fahrzeug, ein S 416 HDH mit Glasdach, Abstandsregeltempomat 50 bequemen Schlafsesseln, ging an das schwedische Reisebusunternehmen Stigen Buss AB in Stigen, das einen reinen Setra Fuhrpark hat.

Ein historisch „rundes“ Jubiläum feiert die bisher erfolgreichste Setra Baureihe 200, die vor 30 Jahren Premiere hatte. Sie wurde von den europäischen Fachjournalisten zum „Bus des Jahres 1977“ gewählt. Von den Typen (Optimal, International, Rational, Regional und Communal) mit 33 Varianten wurden in 15 Jahren (1976 - 1991) insgesamt 27 680 Einheiten verkauft.

Vor 25 Jahren stellte Setra seinen ersten Doppelstockbus S 228 DT (Doppelstock Touristik) vor. Der Trend zu Fahrzeugen mit höherer Sitzplatzkapazität beschleunigte damals die Markteinführung derartiger Luxusbusse mit 12 Metern Länge, vier Metern Höhe und maximal 91 Fahrgastsitzen.
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