Was ist Erfolg? Es gibt hunderttausend Antworten auf diese Frage, aber keine trifft immer für alle zu. Nur in der Biologie ist die Antwort relativ einfach: Erfolgreich ist, wer überlebt. Und eine Spezies, die nur noch im Museum zu finden ist, hat irgendwann die falsche Ausfahrt erwischt. Hatte einfach die falschen Gene.
Welche aber sind dann die richtigen? Immer diejenigen, die den Erfolg bringen. Und das tun sie, wenn in ihnen die Lösungen schlummern auf die Fragen der Zeit.
Gilt das auch für Automobile?
Zumindest haben Autos ebenfalls Eigenschaften, die es zu einem Auto machen, und solche, die es von allen anderen Modellen unterscheiden. Außerdem haben sie enge Geschwister und ferne Verwandte und kommen aus unverwechselbaren Familien, und manche sind gut für die Evolution gerüstet, und andere haben die Kurve in die Zukunft nicht mehr erwischt. Lag es an der veralteten DNA? Und wenn ja: Woran erkennen wir die Gene der Zukunft?
Indem wir exemplarisch die Geschichte vom smart betrachten. Hier kann man Gene und die DNA eines Autos gut studieren. Die Marke verkörpert Individualität und die Gene sind augenfällig, weshalb auch kein Kleinwagen auf der Straße häufiger bestaunt wird als der smart fortwo. Das ist nicht bloß eine Behauptung: Kein anderes Auto in Deutschland wird auch derart häufig mit Werbung verziert und so was machen Werbetreibende nur, wenn sie sicher sind, dass ihre Botschaften dort beachtet werden. Bei einem smart fortwo werden sie das. Seit seiner Geburt vor acht Jahren ist das Auto ein echter Blickfang auf unseren Straßen.
Schauen wir also genau hin: Was genau macht dieses Auto zu einem smart? Wodurch unterscheidet sich der smart fortwo von allen anderen Automobilen? Und warum steht hinter allem ein zukunftsorientiertes Konzept, das funktioniert? Was setzt den Wünschen, Träumen der Designer Grenzen? Was ist machbar und was unrealistisch?
Fangen wir - wie bei jeder Wissenschaft - mit den Grundlagen an: Was ein Auto zu einem Auto macht, sind drei oder vier Räder, ein Motor und zwei Scheibenwischer, die für klare Sicht sorgen. Soweit die materiellen Dinge. Und dann kommt noch die prinzipielle Fähigkeit dazu, mindestens eine Person von einem Ort zu einem anderen transportieren zu können.
Aber hier geht es um das Spezifische an einem smart: Es sind, präzise formuliert, vier verschiedene Gene, die das Design bestimmen und gleichzeitig limitieren. Zwei davon betreffen die Hardware und zwei sind eher ideeller Natur. An erster Stelle steht das, was bei jedem smart optisch und konstruktiv sofort ins Auge fällt: die tridion-Sicherheitszelle.
Erfunden wurde sie bei der Entwicklung des smart fortwo als die Konstrukteure vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe standen: Wie baue ich ein Auto, das sicher wie ein Großer ist aber kleiner als dessen Kofferraum. Die Lösung fanden sie, als sie anfingen nachzurechnen: Egal aus welcher Richtung ein Unfall kommt, immer trifft es bei einem so kurzen Gefährt mindestens ein Rad und eine Achse. Also entwarfen die Ingenieure und Designer einen extrem steifen Sicherheitskäfig, den sie tridion nannten, und als Knautschzone nutzten sie Räder und Achsen, und bei den Crashtests war der fortwo dann immer wieder Primus in Sachen Sicherheit. Also machten die Ingenieure den Käfig zum wesentlichen und tragenden Baustein des smart. Das hatte auch Folgen für das restliche Fahrzeug.
Die bodypanels und die daraus resultierende Zweifarbigkeit sind das zweite Gen, mit denen sich (fast) jeder smart auf den ersten Blick von allen anderen Autos unterscheidet. Auch wenn der eine oder andere Kunde sich für die Kombination schwarz/schwarz oder silber/silber von tridion Sicherheitszelle und bodypanels entscheidet – auch dieser smart erfüllt alle Grundlagen des Zweimaterial-Konzeptes, das einem jeden smart in die Wiege gelegt wurde. Bei manchen Modellen muss man eben genauer hinschauen, als bei anderen.
Das dritte Gen ist schon schwieriger zu definieren, obwohl auch das jedem Betrachter sofort ins Auge springt. Es ist etwas, das man unwissenschaftlich mit dem Ausdruck „emotionales Design“ umschreiben könnte. Oder mit „automobiler Lebensbejahung“. Das ist nicht selbstverständlich. Es gibt Automobile auf unseren Straßen, die aussehen wie ein blech gewordenes Stirnrunzeln oder ein aufgepumpter Anabolika-Bizeps. smart ist dagegen eher das „Lächeln auf Rädern“. Und auch hier ist der Konflikt zwischen dem Wollen des Designers und dem in der Produktion Machbaren oftmals groß. Denn zwischen Zeichnen und Bauen eines Automobils liegen weitere Wissenschaften, wie beispielsweise die Anforderungen an die Crashsicherheit, die Ergonomie des Fahrzeugs, die Auswahl der Materialien und die Machbarkeit in der Produktion. Erst dann, wenn diese Kontroverse, dieser Konflikt in einem langwierigen iterativen Prozess zwischen allen Disziplinen gelöst wurde, entsteht das Auto – der smart – der die smarten Gene in sich trägt und trotzdem machbar ist.
Wie ein „Lächeln auf Rädern“ fährt sich der smart dann auch. Und dieses smart-typische Fahren ist das vierte Gen. Es ist, wenn man so will, der philosophische Grundsatz, dass Fahren mehr sein kann als reiner Transport. Spaß mit smart heißt die Devise. Oder Intensität, Leidenschaft, Glück. Und manchmal auch die Ahnung von einer besseren Welt. Denn ein smart ist nicht nur sicher, agil, extrem Nutzen orientiert – er ist auch ein Wirtschaftswunder auf vier Rädern. Und damit ist nicht nur die Ressource „Sprit“ gemeint – auch hier setzt er Maßstäbe – damit ist auch der vernünftige Umgang mit Parkraum, mit Materialien, mit Produktionsressourcen gemeint – eben ein bewusster Verzicht auf Autositze, die man eh nicht braucht!
Zu große Worte?
Es geht hier um eine der großen Fragen unserer Zeit: Um die Zukunft der Städte zum Beispiel. Um die Gesetze unserer mobilen Welt. Die kritische Masse im Straßenverkehr. Der Punkt, an dem Bevölkerungen anfangen, ihre Aggressionen gegen sich selbst zu richten.
Ein Beispiel ist die Entwicklung in unseren Städten. Zu voll, zu wenig Raum, zu viele im Kampf um den Parkplatz. Im Verkehr wird der andere heute nicht mehr als Mensch erlebt. Sondern ist Konkurrent, Feind, Hindernis. Es ist eine Spirale, aus der wir Menschen schwer wieder zurückfinden ans Licht.
Trotzdem gibt es Auswege aus dem Dilemma. Einer heißt: smart fortwo. Weil man mit dem Auto sowieso immer einen Parkplatz findet. Was dann ein Lächeln in die Gesichter malt. Weil Rücksicht kein Zeichen von Schwäche mehr ist. Sondern nur noch der Ausweis eines netten Charakters.
Sie halten Spaß trotzdem nicht für ein Gen? Vermutlich haben Sie Recht. Aber immerhin ist es ein verbindendes Element bei smart. Und der Beweis, dass Autos dann Erfolg haben, wenn sie Antworten liefern auf die Fragen unserer Zeit. Eine davon lautete: Wo eigentlich ist das Lächeln geblieben im Straßenverkehr?