Die Forschungsfahrzeuge von Mercedes-Benz
Stuttgart
17.10.2011
Technologie pur – Mercedes-Benz F 100
Fakten
  • Fahrzeug: Mercedes-Benz F 100
  • Vorstellung: 1991
  • Ort: North American International Auto Show, Detroit/USA
  • Zielsetzung: Neuartiges Sitz- und Türenkonzept, passive und aktive Sicherheit, Ergonomie
  • Antrieb: Viertakt-Ottomotor mit 6 Zylindern, 2,6 Liter Hubraum, 143 kW (194 PS), Frontantrieb, 3-Gang-Automatikgetriebe
Technische Highlights
  • Zentraler Fahrersitz
  • Hohe Crash-Sicherheit
  • Lenkrad mit feststehendem Pralltopf
  • Telefonbedienung mit Lenkradtasten, Serieneinführung in der Mercedes-Benz S-Klasse (1998, Baureihe W 220)
  • Neuartiges Türenkonzept
  • Ausgefeiltes Ergonomiekonzept
  • Abstandsregel-Tempomat, Serieneinführung unter dem Namen DISTRONIC in der Mercedes-Benz S-Klasse (1998, Baureihe W 220)
  • Radarsystem zur Überwachung des hinteren Verkehrs
  • Solarzellen-Dach, Serieneinführung im Panoramadach des Maybach 62 (2002)
  • Gasentladungs-Scheinwerfer, Serieneinführung unter dem Namen Xenonscheinwerfer in der Mercedes-Benz E-Klasse (1995, Baureihe W 210)
  • Heckleuchten in Prismenstab-Technik
  • Linear-Scheibenwischer
  • Büroausstattung (Telefon mit Sprachsteuerung, Fax, PC), Serieneinführung der Telefon-Spracherkennung unter dem Namen Linguatronic in der Mercedes-Benz S-Klasse (1996, Baureihe W 140)
  • CTS-Reifen (Continental Tire System) mit Notlaufeigenschaften
  • Elektronische Reifendruckkontrolle, Serieneinführung im Mercedes-Benz CL (1999, Baureihe C 215)
  • Elektrische Feststellbremse
  • Lichtleiter zur Signalübertragung
  • Regensensor, Serieneinführung in der Mercedes-Benz S-Klasse (1995, Baureihe W 140)
  • Chipkarte statt Autoschlüssel, Serieneinführung in der Mercedes-Benz S-Klasse (1999, Baureihe W 220)
  • Automatische Einstellung des Sitzes und des Lenkrads
  • Sandwichboden, Serieneinführung in der Mercedes-Benz A-Klasse (1997, Baureihe W 168)
  • Rückfahrkamera
North American International Auto Show (NIAS), Detroit, 1991 – die erste große Fachmesse des Jahres. Bewusst wählt Daimler-Benz sie als Forum, um ein ganz besonderes Auto zu präsentieren: den Mercedes-Benz F 100. Das Forschungsfahrzeug ist die Gestalt gewordene Vision der Techniker und Marktstrategen für das Auto der Zukunft. Noch nie wurden so viele Ideen und innovative Technik funktionsfähig in einem Fahrzeug realisiert.
Im F 100 sitzt der Fahrer in der Mitte
Damit werden Ergebnisse der Unfall- und Sozialforschung konsequent umgesetzt. Denn statistisch gesehen sitzen inklusive Fahrer 1,2 bis 1,7 Personen in einem Auto. Also gebührt dem Fahrer der sicherste Platz, der in der Mittelposition mit den großen Abständen zur Karosserie positioniert ist. Zudem kann er immer auf der Seite aussteigen, die dem Verkehr abgewandt ist. Doch auch die übrigen Passagiere profitieren von dem Konzept. Die beiden Personen in der zweiten Reihe sitzen versetzt hinter dem Fahrer und haben damit eine große Distanz zur Armaturentafel, was gleichzeitig die Sicherheit erhöht. Zwei weitere Passagiere sitzen zur Mitte gerückt zwischen den stabilen hinteren Radhäusern.
Die Karosserie des F 100 mit ihrem steilen Heck greift den Kundenwünschen der nachfolgenden Jahre voraus – immer häufiger werden Kombis und andere Fahrzeuge mit viel Raum auf vier Rädern gewünscht. Eine Chipkarte statt eines Autoschlüssels gibt den Zugang zum Fahrzeug frei. Sie wird in einen Leseschlitz gesteckt und sorgt für die elektromotorisch gesteuerte richtige Einstellung des Sitzes und des Lenkrads.
Ein neuartiges Türenkonzept erleichtert den Einstieg in den F 100. Die Dreh-Schwenktüren für den Fahrer nehmen beim Öffnen auch ein Stück des Fahrzeugbodens und des Dachs mit fort. Beim Schließen verkrallen sich die Türen an drei Stellen und kompensieren vollständig den nachteiligen Einfluss der schlanken Taille im Fahrzeugboden. Die hinteren Passagiere steigen durch platzsparende Schwenk-Schiebetüren ein. Auf die B-Säule wird zugunsten des leichten Zugangs verzichtet, ohne die Crash-Sicherheit zu beeinträchtigen. Alle Türen werden zum Schließen nur angelehnt und dann von Servomotoren ins Schloss gezogen.
Zentraler Bildschirm und Abstandsregel-Tempomat
Die Instrumente sind um den Fahrer angeordnet. Ein zentraler Bildschirm rückt immer das entscheidende Element des Interesses in den Mittelpunkt. Dabei werden drei logische Prioritäten zur sicheren Fortsetzung der Fahrt unterschieden – von der Geschwindigkeitsanzeige bis hin zu Warnhinweisen. Im F 100 wird dafür noch eine herkömmliche Bildröhre verwendet, die in heutigen Autos längst von Anzeigen auf Siliziumbasis abgelöst ist. Zukunftweisend ist die Signalübertragung, für die Lichtleiter statt Kupferadern genutzt werden. Das Lenkrad hat einen fest stehenden Pralltopf und integrierte Bedienelemente. Sie steuern das Autotelefon und dessen Sprachsteuerung an.
Zahlreiche Elektronik-Komponenten unterstützen den Fahrer und geben Sicherheit, beispielsweise ein Abstandswarn-Radar. Ein weiteres Radarsystem überwacht den hinteren Verkehr und warnt bei einem Spurwechsel, wenn sich ein anderes Fahrzeug im toten Winkel befindet; es kann auch zur automatischen Spurhaltung eingesetzt werden. Beim Einlegen des Rückwärtsgangs fährt eine Kamera aus dem Heckspoiler, deren Bilder auf dem Monitor gezeigt werden.
Die Frontscheinwerfer sind sehr kompakt dank der erstmals verwendeten Gasentladungs-Leuchten, später unter dem Namen Xenonscheinwerfer bekannt und verbreitet. Die Heckleuchten bestehen aus transparenten Prismenstäben, die als Lichtleiter dienen und von einer zentralen Lichtquelle je nach Funktion in der entsprechenden Farbe angesteuert werden. Sie werden zusammen mit dem rückwärtigen Fenster von einem Heckscheibenwischer gereinigt, der bei Nichtgebrauch unauffällig unter dem Dachspoiler verborgen ist.
Die Frontscheibe reinigt ein Linear-Scheibenwischer, der oben und unten über die ganze Breite geführt wird und so nahezu 100 Prozent der Scheibe abdeckt. Ein Sensor in der Frontscheibe sorgt dafür, dass er bei Regen automatisch eingeschaltet wird.
Debüt des Autotelefons mit Sprachsteuerung
Zur Unterstützung der Batterie sind in das Dach Solarzellen integriert. Die Fläche von fast zwei Quadratmetern erzeugt eine Leistung von 100 Watt. Sie treibt unter anderem bei stehendem Fahrzeug die Lüftung an und sorgt so für angenehme Temperaturen. Der F 100 nimmt mit einem Autotelefon inklusive Sprachsteuerung, einem Mobilfax und einem Personal Computer die Kommunikations- und Arbeitsmöglichkeiten späterer Serienfahrzeuge vorweg.
Unterschiedliche Motorenkonzepte werden mit dem F 100 untersucht, unter anderem mit Wasserstoff, der einen modifizierten Verbrennungsmotor befeuert. Das Fahrzeug hat einen Frontantrieb – ein Novum für einen Mercedes-Benz. Es rollt auf CTS-Reifen (Continental Tire System) mit Notlaufeigenschaften, der Reifendruck wird elektronisch überwacht. Das Fahrwerk hat hydropneumatische Zusatz-Federelemente, was den Komfort und die Fahrsicherheit erhöht. Im F 100 ist der erste Sandwichboden verwirklicht. Später kommt er bei der Mercedes-Benz A-Klasse in die Großserie. Der Motor taucht beim Crash zum Schutz der Passagiere – von der geneigten Stirnwand geführt – nach unten weg.
Mit all seinen Eigenschaften ist der Mercedes-Benz F 100 nicht einfach ein Erprobungsfahrzeug der Ingenieure – er repräsentiert einen neuen Typus des Automobils. Damit reicht er weit in die Zukunft der Mobilität, und seit seiner Vorstellung im Jahr 1991 sind tatsächlich viele in dem Forschungsfahrzeug erprobte Lösungen Realität geworden. Gleichzeitig macht er deutlich, dass der Kunde bei der Konzeption eines Forschungsfahrzeugs im Zentrum des technischen Fortschritts steht.
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René
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