Der junge Ingenieur Karl Kling kümmert sich verantwortungsvoll um Kundenfahrzeuge, als er 1936 eine Stelle bei der Daimler-Benz AG antritt. Noch lieber würde der am
16. September 1910 in Gießen geborene junge Mann aber am Steuer eines Rennwagens sitzen. Immerhin kann der Sohn eines Lehrers, der vor dem Studium in Gießen seine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmeister gemacht hat, bei Tourenwagenrennen auf Mercedes-Benz starten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fährt er 1950 einen Mercedes-Benz 170 S zum Sieg beim ersten Sechsstundenrennen des ADAC auf dem Nürburgring in der Kategorie der Tourenwagen. Bereits im folgenden Jahr steht Kling erstmals mit einem echten Silberpfeil am Start: Er pilotiert einen Vorkriegs-Rennwagen vom Typ W 154 in Argentinien. Seine Teamkollegen heißen Hermann Lang und Juan Manuel Fangio.
Der Höhepunkt von Klings Karriere beginnt 1952, als er den neuen Sportwagen Mercedes-Benz 300 SL bei Rennen steuert: Sieg beim Großen Sportwagenpreis von Bern und zwei zweite Plätze bei der Mille Miglia sowie beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring für Sportwagen sind ein mehr als respektables Ergebnis. Doch Klings legendäres Rennen findet 1952 in Mexiko statt. Mit seinem Copiloten Karl Klenk gewinnt er trotz der Kollision mit einem Geier die Carrera Panamericana.
1954, im Jahr der Rückkehr von Mercedes-Benz in den Grand-Prix-Sport, ist Kling Mitglied der Silberpfeil-Mannschaft und kommt gleich bei der Premiere in Reims am
4. Juli 1954 auf den zweiten Platz hinter Fangio. Beim Großen Preis von Deutschland holt Kling die schnellste Runde, das Avus-Rennen in Berlin gewinnt er auf
Mercedes-Benz W 196.
Nach der Pensionierung im Jahr 1968 steht der ehemalige Rennfahrer Daimler-Benz als Berater zur Seite. Am 18. März 2003 stirbt Kling in seinem Haus am Bodensee, wo er nach dem Tod seiner Frau zurückgezogen gelebt hat.