Maßgeblich die Fahrzeugsicherheit verbessert
Stuttgart
04.04.2012
Karl-Heinz Baumann
Geboren: 11. Mai 1951 in Villingen
Der Ingenieur Karl-Heinz Baumann hat mit seinem Wirken die Sicherheitsmerkmale zahlreicher Fahrzeuge von Mercedes-Benz Cars nachdrücklich geprägt. Zur langen Liste seiner Erfindungen und Innovationen gehören beispielsweise der automatische Überrollbügel, das vorbeugende Insassen-Schutzsystem PRE-SAFE® und das Experimental-Sicherheits-Fahrzeug ESF 2009.
Karl-Heinz Baumann gehört zu jenem Typus des Entwicklungsingenieurs, der in idealer Weise Theorie und Praxis in Beruf und Berufung vereint. Der am 11. Mai 1951 in Villingen geborene Baumann macht zunächst von 1966 bis 1969 eine Lehre als Werkzeugmacher. Nach Erlangen der Fachhochschulreife absolviert er von 1974 bis 1977 ein Studium der Fachrichtung Maschinenbau, Betriebs- und Fertigungstechnik, das er als Diplom-Ingenieur (FH) abschließt. Es folgt ein Zusatzstudium an der Fachhochschule Konstanz und der Schweißtechnischen Lehranstalt in Mannheim mit der Ausbildung zum Schweißfachingenieur. Solchermaßen in Theorie und Praxis gerüstet, nimmt er im Mai 1977 in der damaligen Daimler-Benz AG seine Tätigkeit auf, und zwar in der Entwicklung von Personenwagen-Aufbauten im Bereich der Unfallsicherheit – ein Fachgebiet, das ihn nicht mehr loslassen wird.
Er macht seinen Weg. 1986 wird Baumann sowohl Gruppenleiter in der Abteilung der Karosserierohbau-Untersuchungen als auch Teamleiter für die passive Sicherheit von Personenwagen. 1994 wird er stellvertretender Abteilungsleiter im Bereich des Karosserierohbau-Versuchs. 1997 wird er Senior Manager und Leiter für Strategien und Konzepte Passive Sicherheit sowie Kindersicherheit für Mercedes-Benz Cars der Daimler AG. Im Lauf der Jahre ist Baumann maßgeblich involviert in die Entwicklung der passiven Sicherheit der Baureihen W/V 126, W 201, W 124, R 129, W 140, W 202, W 210, W 203, R 170, W 220 und smart.
Während seiner Berufstätigkeit gelingt es ihm immer wieder, markante Akzente zu setzen. Zweifellos zu den herausragendsten Neuerungen gehört das überschlagsichere Cabriolet, im SL der Baureihe R 129 erstmals verwirklicht. Es setzt branchenweit Maßstäbe: Mit dem unter Baumanns Leitung entstandenen Konzept des automatisch ausklappenden Überrollbügels beginnt die neue Ära des sicheren Offenfahrens. Aber auch das Konzept der Ellipsoid-Stirnwand beim SLK der Baureihe R 170 eröffnet mit einem kurzen offenen Auto eine neue Dimension der Crashsicherheit in dieser Fahrzeugklasse. Ein nicht minder großer Wurf stellt die aufprallsichere und gestaltfeste Zelle des zweisitzigen smart dar, in dieser Fahrzeugklasse eine absolute Weltneuheit. Zu den weiteren Neuerungen, die Baumann initiiert, gehören etwa ein Panorama-Glasdach für die Baureihe R 129, das in etwas abgewandelter Form auch in die Serie gelangt, und der Doppelboden des SL der Baureihe R 231.
Baumann ist nie auf einseitige Ergebnisse fixiert. Seinem Anspruch genügen nur übergreifende und multifunktionale Lösungen. Ein Ergebnis aus diesem Denken ist das 1997 skizzierte Sieben-Phasen-Konzept, das Sicherheit im Personenwagen als ganzheitliche Aufgabe in der Verknüpfung von aktiver und passiver Sicherheit sieht.
Zur langen Liste von Baumanns Erfindungen und Innovationen gehören beispielsweise der alternative Energieabsorber, der automatische Überrollbügel, der Braking Bag, crashaktive Kopfstützen, das Experimental-Sicherheits-Fahrzeug ESF 2009 und integrale Sicherheitskonzepte, wie sie beispielsweise im vorbeugenden Insassen-Schutzsystem PRE-SAFE® verwirklicht sind.
2003 erhält Baumann als geistiger Vater von PRE-SAFE® von der amerikanischen Sicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) den „U.S. Government Award for Safety Engineering Excellence“.
2007 wird Baumann Lehrbeauftragter der Technischen Universität Dresden und hält dort, wie auch Professor Rodolfo Schöneburg, Leiter Passive Sicherheit und Fahrzeugfunktionen bei Daimler, Vorlesungen zur „Integralen Sicherheit von Personenwagen“. Für Baumann ist es immens wichtig, Erfahrung und Wissen nicht als Alleinstellungsanspruch für sich zu behalten. Es ist ihm ein vorrangiges Anliegen, bei nachwachsenden Technikergenerationen über das Vermitteln von Erfahrungen Interesse an dieser Tätigkeit zu wecken.
Der bekennende Autofahrer und aktive Gleitschirmflieger kennt Gefahren und die Grenzbereiche zu den Ernstfällen. Vielleicht ist Baumann auch gerade deshalb so erfolgreich und kreativ in der Vermeidung derselben durch präventive Maßnahmen, zum Wohle aller. Im Frühjahr 2012 geht er in den Ruhestand, doch auch danach entfaltet sein Wirken nachhallende Wirkung – zweifellos verdanken viele Autofahrer ihr Leben dem Erfindungsreichtum und der Kreativität im Sinne der Fahrzeugsicherheit von Karl-Heinz Baumann. Im Jahr 2013 wird die neue Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe 221 vorgestellt, und in ihr werden Sicherheitsmerkmale zu finden sein, die maßgeblich auf sein Wirken zurückzuführen sind.
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