Mercedes-Benz Werk Wörth geht gut gerüstet in das Jahr 2010
Wörth
,
18.01.2010
  • Mercedes-Benz Lkw konnte Marktführerschaft in Europa ausbauen
  • Die Talsohle im Nutzfahrzeuggeschäft scheint erreicht
  • Produktbereich Mercedes-Benz Sonderfahrzeuge weiter erfolgreich
Wörth - Die gesamte Nutzfahrzeugbranche ist von dem weltweiten wirtschaftlichen Abschwung mit am stärksten betroffen. Auch das Mercedes-Benz Lkw-Werk in Wörth hatte 2009 ein anspruchvolles Jahr zu bewältigen.
Yaris Pürsün, Leiter des Mercedes-Benz Werk Wörth und des Produktbereichs Sonderfahrzeuge: „Wir mussten 2009 auf einen Absatzeinbruch von 40-60% reagieren. Ich kann Ihnen keine Prognose darüber geben, wann wir die Krise überstanden haben. Allerdings haben wir die Talsohle erreicht. Unsere Auftragseingänge zeigen eine leichte Erholung. Daher gehen wir zuversichtlicher ins neue Jahr.“ Mercedes-Benz Lkw hat sich vor dem Hintergrund der dramatischen Marktentwicklung besser als der Markt entwickelt. Der Markt­anteil konnte in den meisten Regionen verteidigt oder sogar weiter aus­gebaut werden. Mercedes-Benz Lkw (HDT/MDT) festigte in Europa von Januar bis Oktober 2009 seine Marktführerschaft mit einem Plus von zwei Prozentpunkten auf 22,5 Prozent.
Bereits im Boomjahr 2008 hat das Werk Wörth auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert und konnte dank der Optimierung der Kostensituation und einer großen Flexibilität das schwierige Jahr ohne Personalmaßnahmen bewältigen. Interne Optimierungsprozesse im Rahmen des Global Excellence Programms von Daimler Trucks trugen wesentlich dazu bei, Produktionssysteme zu verbessern und das Lkw-Werk in Wörth in seiner Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Mit den entwickelten Instrumenten war es möglich, die Pro­duktion im Werk Wörth flexibel an die stark gesunkene Nachfrage an­zu­passen. „In der Krise hat uns der enge Produktionsverbund mit unserem Werk in Aksaray zur flexiblen Kapazitätssteuerung sehr geholfen“, sagt Pürsün. Mercedes-Benz Lkw konnte dadurch als letzter Nutzfahrzeughersteller Kurzarbeit in seinen deutschen Werken einführen, die nach aktuellem Stand bis zum Juni 2010 fortgeführt wird.
Vom weltweiten Nachfrageeinbruch bisher kaum betroffen war der Produktbereich Sonderfahrzeuge (PBS), der vor allem den Mercedes-Benz Econic oder den Unimog herstellt. Hier gab es zu keinem Zeitpunkt Kurzarbeit – der Bereich wurde in 2009 sogar um 50 Arbeitsplätze erweitert. Grund ist die Erweiterung der Produktpalette und die anhaltend gute Auftragslage, da diese Fahrzeuge vor allem von Kommunen nachgefragt werden. Dass auch Umweltaspekte dabei eine immer größere Rolle spielen, zeigt sich am Econic mit Erdgasantrieb. Anfangs wurde der Erdgas-Econic im Mannheimer Kompetenzcenter für emissionsfreie Mobilität (KEM) produziert. Aufgrund der großen Kundennachfrage wurde die Fertigung im Oktober 2009 komplett in die Serienproduktion des Produktbereichs Sonderfahrzeuge in Wörth verlegt. „Mit der Produktion des emissionsarmen Erdgas-Econic haben wir ein weiteres Produkt, das für Zukunftsorientierung und Wachstum steht und somit unseren Standort nachhaltig stärkt“ freut sich Pürsün über das neue Fahrzeug am Standort. Der Econic mit Erdgasantrieb stößt bis zu 90 Prozent weniger Partikel aus, verursacht 50 Prozent weniger Lärmbelastung und verbraucht bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoff als Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb.
Im Dezember 2009 wurde der erste Zetros, so der Name des neuen Hauben-Lkw, der auch aus dem Bereich PBS kommt, an den Energieversorger Eltel in Finnland ausgeliefert. Das Unternehmen setzt den Zetros für den Bau und die Instandhaltung von Stromleitungen ein, denn der allradgetriebene Dreiachser bewältigt schwieriges Gelände mit extremen Steigungen auch bei tiefsten Minusgraden, Eis und Schneestürmen.
Im Jahr 2009 wurden zahlreiche Neuheiten im Produktbereich Mercedes-Benz Lkw eingeführt. Bereits Mitte des Jahres startete die Produktion des neuen Mercedes-Benz Actros für den Bauverkehr. Das Fahrzeug speziell für den Einsatz auf Baustellen überzeugt durch weiter verbesserte Wirtschaftlichkeit, Robustheit und Funktionalität. Alle Fahrzeuge sind mit der effizienten und umweltfreundlichen BlueTec-Dieseltechnologie ausgestattet, die Euro 5 erfüllt. Auch im Nutzfahrzeug-Geschäft fragen immer mehr Kunden grüne Technologien nach. Daher liefert Mercedes-Benz Lkw in diesem Jahr eine Innovations-Flotte von 50 Atego BlueTec Hybrid an Kunden, die die Fahrzeuge im Alltagseinsatz testen.
Zudem wurde am Standort Wörth 2009 in neue Anlagen investiert. In der Ausbildungswerkstatt ging im Juni 2009 eine neue Lackieranlage in Betrieb, an der Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik ausgebildet werden und auch Weiterbildungen stattfinden. Der neue Lackierbereich umfasst eine Gesamtfläche von insgesamt 280 m² und befindet sich direkt in der Ausbildungswerkstatt. Darüber hinaus wurde die Betriebsruhe zum Jahreswechsel für Umbauten und Neuordnungen in der Produktion genutzt, um für Nachfolgegenerationen der aktuellen Lkw-Produktpalette gerüstet zu sein.
Im Dezember 2009 begannen die Bauarbeiten mit einem Invest von 27 Mio. € für das neue, automatisierte Kleinteilelager, das im März 2011 in Betrieb gehen soll. Es wird auf einer Grundfläche von über 6.600 qm errichtet, die Nutzfläche von 10.000 qm verteilt sich auf zwei Geschosse. Das Lager ist der zentrale Baustein für eine neue, hochflexible Logistik im Werk Wörth.
Auch in den wirtschaftlich turbulenten Zeiten kommt das Werk Wörth seiner sozialen Verantwortung nach. So startete im Juli 2009 ein breit angelegtes Weiterbildungsprogramm in der Kurzarbeit, das berufliche Qualifizierungen beinhaltet, die alle mit einem IHK-Abschluss bzw. mit einem von der IHK anerkannten Zertifikat enden. Damit können Mitarbeiter wichtige Qualifikationen für die Zukunft erlangen. Das Unternehmen bietet Umschulungen zum Kfz-Servicemechaniker (IHK), ein Industriemeisterlehrgang Metall und mehrere Zertifikatslehrgänge zur Fachkraft Einkauf und Logistik an. Das Angebot wird von den Beschäftigten sehr gut angenommen. In 2009 haben 1.016 Personen an den Kursen teilgenommen.
„Wir wissen, dass die Situation für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im letzten Jahr nicht einfach war. Dennoch haben alle an einem Strang gezogen – das ist der „Wörther Geist“, der uns hilft auch die Krise hervorragend zu bewältigen“, sagt Pürsün beim Pressegespräch. „Daher möchte ich mich bei allen Beschäftigten bedanken für den tollen Einsatz und das Engagement jedes Einzelnen. Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser Mannschaft auch alle Herausforderungen in diesem Jahr gemeinsam meistern.“
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