Test: Der neue Mercedes-Benz Travego
Stuttgart
17.06.2009
Mercedes-Benz Travego: Sicherheit aus Tradition
  • Das integrale Sicherheitskonzept von Mercedes-Benz Omnibus
  • Umfangreiche Sicherheitsausstattung von Beginn an
  • ESP frühzeitig in die Serie eingeführt
  • Abstandsregeltempomat hält den Abstand ein
  • Der Spurassistent warnt vor dem Abkommen von der Fahrbahn
  • Mit Dauerbrems-Limiter konstant und sicher bergab
  • Neuer Active Brake Assist hilft aktiv Auffahrunfälle zu vermeiden
  • Neu: Passives Sicherheitssystem Front Collision Guard
Sicherheit und Omnibus - diese beiden Begriffe gehören untrennbar zusammen. Nachweislich liegt das Risiko, tödlich zu verunglücken, bei der Bahn, im Flugver­kehr und im motorisierten Individualverkehr um ein Vielfaches höher. Größt­mögliche Sicherheit steht im Mittelpunkt von Forschung und Entwicklung der Daimler AG, ob bei Pkw, Transportern und Lkw oder beim Omnibus. Von seinem ersten Auftritt im Jahr 1999 an profilierte sich der Mercedes-Benz Travego als echter Sicherheitsbus. Sowohl die Konstruktion seines Aufbaus in hochstabiler Ringspantentechnik als auch sein dynamisch abgestimmtes Fahrwerk und die serienmäßige Sicherheitsausstattung setzten seit Beginn Maßstäbe. Die neue Generation des Travego setzt jetzt mit Active Brake Assist (ABA) und Front Collision Guard (FCG) erneut Maßstäbe in aktiver und passiver Sicherheit.
Das integrale Sicherheitskonzept von Mercedes-Benz Omnibus
Sicherheit besteht bei Mercedes-Benz Omnibus nicht aus Einzelmaßnahmen, hinter dem Thema Sicherheit steht ein umfassendes integrales Sicherheitskonzept. Der damit verbundene Anspruch ist klar formuliert: Die Premiummarke Mercedes-Benz erfüllt höchste Sicherheitsansprüche und treibt die Entwicklung auf allen Gebieten voran. Das integrale Sicherheitskonzept setzt sich aus einer Vielzahl von Bau­steinen zusammen. Im Zentrum steht fahrzeug- und einsatzspezifisch eine Vielzahl innovativer Sicherheitsausstattungen mit dem Ziel, die aktive und passive Sicher­heit fortlaufend zu steigern. Dies wird eingerahmt durch zahlreiche weitere Maß­nahmen wie das Fahrertraining: Fahrer sollen Gefahren rechtzeitig erkennen und vermeiden. Ebenso sollen sie im Fall eines Unfalls richtig reagieren. Auch die Fahrgast-Information zum Umgang mit den Sicherheitseinrichtungen an Bord - beginnend mit dem Anlegen des Sicherheitsgurts - ist Teil des Konzepts. Es reicht aber weit darüber hinaus und umfasst sogar eine verantwortungsbewusste Wartung des Fahrzeugs und die Verwendung von geprüften Original-Ersatzteilen im Service. Das Ziel des integralen Sicherheitskonzepts ist ambitioniert: Es ist die Umsetzung der Vision vom unfallfreien Fahren.
Travego: Von Beginn an vorbildlich sicher
Seit seiner Premiere im Jahr 1999 hat sich der Mercedes-Benz Travego einen heraus­­ragenden Ruf als vorbildlich sicherer Reisebus mit umfangreicher Sicher-heitsausstattung erworben. Seine Serienausstattung umfasste bereits zu Beginn ein Elektronisches Bremssystem (EBS) mit innenbelüfteten Scheibenbremsen an allen Achsen, Antiblockiersystem (ABS), Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und einen ver­schleißfreien Retarder als Zusatzbremse. Auch das ergonomisch perfekt gestaltete Cockpit mit Joystick als Schalthebel hat Maßstäbe gesetzt.
Im Travego erlebten in den Folgejahren zahlreiche Sicherheitselemente ihre Premiere: Mit dem Elektronischen Stabilitäts-Programm (ESP), Abstandsregel­tempomat (ART), Spurassistent (SPA), Dauerbremslimiter (DBL) und dem Brems­assistenten (BA) baute der Travego seine Führung beim Thema Sicherheit weiter aus. Dies mündete im Jahr 2006 im ersten Demonstrationsfahrzeug Safety Coach, der mit allen damals aktuell lieferbaren Sicherheits-Features ausgestattet war. Mit dem Active Brake Assist setzt der Travego jetzt erneut einen Meilenstein in der Entwicklung der Omnibussicherheit.
Gleichermaßen Benchmark war von Beginn an das dynamisch und doch komforta­bel abgestimmte Fahrwerk und die enorme Handlichkeit des Reisebusses mit einem überraschend kleinen Wendekreis in allen Varianten. Wie alle modernen Omnibusse von Mercedes-Benz erfüllte der Travego die Anforderungen für Über­rollfestigkeit nach ECE-Norm R 66 bereits vor Inkrafttreten der Gesetzesnorm. Auf Wunsch ergänzten besonders lichtstarke Gasentladungslampen (Litronic-Schein­werfer), eine Rückfahrkamera und Außen­spiegel mit Rückfahr-Pilot die Sicher­heitstechnik.
ESP frühzeitig in die Serie eingeführt
Bereits im April 2002 führte Daimler als erster Omnibus-Hersteller beim Mercedes-Benz Travego als Sonderwunsch das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) ein, schon im Oktober 2003 wurde es in die Serienausstattung aller Travego über­nommen. Das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) reduziert im Rahmen der physikalischen Möglichkeiten die Schleudergefahr er­heblich. Ein Sensor erkennt aus Informationen wie dem Einschlagwinkel der Vor­der­räder, der Geschwindigkeit des Fahrzeugs und der Querbeschleunigung drohen­de fahrdynamisch kritische Situationen. Zur Vermeidung von Gefahren wird das Motordrehmoment reduziert und werden im nächsten Schritt gezielt einzelne Räder abge­bremst, um einer gefährlichen Instabilität vorzubeugen.
Gleichzeitig führte Mercedes-Benz den Brems-Assistenten (BA) ein. Er erkennt an­hand der Betätigungs-Geschwindigkeit des Bremspedals eine Notbrems-Situation und steuert unmittelbar einen deutlich erhöhten Bremsdruck ein. Dies verkürzt den Bremsweg und hilft damit, Unfälle zu vermeiden.
2004: Blick in die nahe Zukunft
Im Jahr 2004 präsentierte Mercedes-Benz im „Innovationsträger Travego“ in Form einer Studie drei grundlegend neue Sicherheitssysteme als Weltpremiere: Ab­stands­­regeltempomat (ART), Spurassistent (SPA) und Dauerbrems-Limiter (DBL).
Abstandsregeltempomat hält den Abstand ein
Der Abstandsregeltempomat entlastet den Fahrer auf Fernstraßen und Auto­bahnen. Erkennt der ART ein langsameres Fahrzeug voraus, bremst er den Omni­bus auto­matisch ab, bis ein vom Fahrer vorgewählter geschwindigkeitsabhängiger Abstand erreicht ist, den ART dann konstant einhält. Zu diesem Zweck tastet ein Abstands­sensor alle 50 Milli­sekunden die Umgebung vor dem Bus ab. Er misst mit drei Radarkeulen Abstand und Relativgeschwindigkeit vorausfahrender Fahrzeuge.
Der ART misst die Relativgeschwindigkeit auf 0,7 km/h genau. Fährt kein Fahr­zeug voraus, arbeitet er wie ein Tempomat. Der Abstandsregeltempomat unter­stützt den Fahrer vor allem bei mittlerem bis dichtem Verkehr auf Fern­straßen und nimmt ihm Anpassungs-Bremsungen weitgehend ab. Die Verzögerung ist dabei auf ca. 20 Prozent der maximalen Bremsleistung begrenzt.
Der über den ART eingeregelte Abstand ist geschwindigkeitsabhängig und lässt sich in einem prozentualen Verhältnis zum Tachostand angeben. In der Grund­einstellung legt der ART beispielsweise einen Abstand von etwa 60 Prozent des Tacho­abstands ein. Der Fahrer kann von dieser Einstellung aus seinen Wunsch­abstand in definierten Stufen nach oben oder unten regeln.
Herzstück des ART ist ein Abstandsradar, das fahrzeugmittig angebracht ist. Dieses schaltet ständig zwischen drei Radarkeulen hin und her. Sie werden vom System ausgesandt und sind so ausgerichtet, dass (eine Keule die linke Fahrzeugseite, eine die rechte Fahrzeugseite und eine die Mitte unmittelbar vor dem Fahrzeug über­wacht.) in Fahrtrichtung links, rechts und mittig die Fahrspuren überwacht werden.
Der Spurassistent warnt vor dem Abkommen von der Fahrbahn
Der Spurassistent erkennt mit Hilfe eines Kamerasystems hinter der Wind­schutz­scheibe, wenn das Fahrzeug von der Straße abzukommen droht. Der SPA kontrol­liert ständig den Abstand des Busses zu den Spurmarkierungslinien der Fahrbahn. Droht das Fahrzeug die Markierungslinien zu überfahren, wird der Fahrer durch ein Pulsieren auf der entsprechenden Seite des Sitzes gewarnt. Der SPA wird erst ab einer Geschwindigkeit von 70 km/h aktiv und wird durch Betätigen des Blinkers ausgeschaltet, beispielsweise zum Einleiten eines gewollten Spur­wechsels.
Mit Dauerbrems-Limiter konstant und sicher bergab
Drittes neues System des Jahres 2004 war der Dauerbrems-Limiter. Er bremst das Fahrzeug über den Retarder dann ab, wenn die gesetzlich zulässige Höchst­geschwin­digkeit von 100 km/h bergab überschritten wird. Versehentliche Geschwindigkeits-überschreitungen im Gefälle sind damit praktisch aus­ge­schlossen.
Die Studie „Innovationsträger Travego“ wird schnell in die Realität umgesetzt. Bereits im Jahr 2005 führt Mercedes-Benz beim Travego serienmäßig den Dauer­brems-Limiter ein. Der Abstandsregeltempomat ist auf Wunsch zu bekommen. Das dritte Sicherheits­system, der Spurassistent, wird 2006 optional lieferbar.
Der Safety Coach des Jahres 2006
Alle diese Entwicklungen mündeten im Jahr 2006 im Demonstrationsfahrzeug Safety Coach auf Basis des Travego. Der sicherste Reisebus der Welt, so Fachleute, vereinigte alle damals lieferbaren Sicherheits-Techniken. Die Entwicklung von Sicherheits­systemen kennt im Hause Mercedes-Benz jedoch keinen Stillstand - Ergebnis sind die erneut wegweisenden Innovationen des Travego der neuen Generation im Sommer 2008.
Weltpremiere: Neuer Active Brake Assist hilft aktiv Auffahrunfälle zu vermeiden
Er ist vielfach preisgekrönt, hilft aktiv Auffahrunfälle zu vermeiden und kann damit Menschenleben retten: Der Active Brake Assist (ABA) erlebte seine Markt­einführung im Jahr 2006 im Schwer-Lkw Mercedes-Benz Actros und hat sich seit­dem in mehr als 350 Millionen Praxis-Kilometern erfolgreich bewährt. Jetzt hält er als Omnibus-Weltpremiere in der neuen Generation des Mercedes-Benz Travego Einzug. Erkennt der Active Brake Assist (auch als Notbrems-Assistent bezeichnet) die akute Gefahr eines Auf­fahrunfalls auf ein langsamer vorausfahrendes Fahr­zeug, leitet er nach Durchlaufen einer Warnkaskade eine Vollbremsung ein.
Der Active Brake Assist basiert auf dem Abstandsregeltempomaten (ART), der bereits seit mehreren Jahren optional für den Mercedes-Benz Travego zur Ver­fügung steht. Er nutzt dabei den Radarsensor des ART, der mit seinen drei Radar­keulen innerhalb eines definierten Bereiches vor dem Omnibus fahrende Hinder­nisse erkennen kann. Fortlaufend werden der Abstand und die Relativ-Geschwin­digkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug erfasst und ausgewertet.
Besteht bei unverändert beibehaltener Verkehrssituation die Gefahr eines Unfalles, kommt ein gestuftes Warnkonzept zum Einsatz. Zunächst wird der Fahrer durch ein rot aufleuchtendes Dreieck mit dem Umriss eines Fahrzeugs in der Instru­men­ten­­tafel sowie akustisch mit einem anschwellenden Ton gewarnt. Verschärft sich die Kollisionsgefahr, und der Fahrer reagiert nicht, wird eine Teilbremsung einge­leitet. Die Technik nimmt dabei durch einen sanften Anstieg des Bremsdrucks Rück­sicht auf die Fahrgäste an Bord. Reagiert der Fahrer weiterhin nicht, leitet das System im letzten Schritt selbstständig eine Vollbremsung ein.
Zur Alarmierung des nachfolgenden Verkehrs werden während der Teilbremsung die Bremsleuchten und während der Vollbremsung die blinkenden Bremsleuchten angesteuert. Kommt der Omnibus mit der Notbremsung in den Stillstand wird automatisch die Warnblinkanlage eingeschaltet.
Kollisionsgeschwindigkeit und Unfallschwere verringert
Der Active Brake Assist kann Unfälle zwar nicht immer verhindern, jedoch mindes­tens durch das Einsetzen der Bremswirkung die Kollisionsgeschwindigkeit und damit die Schwere von Unfallfolgen erheblich verringern.
Mit abgestuften Warnhinweisen alarmiert das System vorab den Fahrer, der seinerseits noch ein Ausweich- oder Bremsmanöver zur Ver­meidung einer Kollision einleiten kann. Auffahrunfälle treten bei Omnibussen zwar selten auf, zählen jedoch mit ihren Folgen zu den schwersten Unfallarten. Daher erwarten die Entwickler durch den Einsatz des Active Brake Assist eine Verringerung der Unfälle mit Todes­folge und schweren Verletzungen. Mit dem Active Brake Assist im Omnibus rückt Mercedes-Benz seiner Vision vom unfallfreien Fahren erneut einen Schritt näher.
Neu: Passives Sicherheitssystem Front Collision Guard
Dies gilt ebenfalls für zahlreiche weitere Innovationen der neuen Travego-Generation. Front Collision Guard (FCG), ist ein einzigartiges passives Sicher­heits­system zum Schutz von Fahrer und Begleiter bei einem Frontalaufprall. Front Collision Guard besteht aus einem komplexen Sicherheitssystem. Es beginnt mit einem Querprofil, das bei einem Unfall im Sinne des Partnerschutzes einen Unter­fahrschutz bildet und zum Beispiel das Unterfahren eines Pkw verhindern kann. Das Gerippe hinter diesem Profil besteht aus Crash-Elementen, die im Falle eines Aufpralls gezielt Energie abbauen.
Darüber hinaus ist der Fahrerplatz des Travego einschließlich Lenkung, Pedalerie und Sitz jetzt auf einem massiven Rahmenteil angeordnet, das sich bei einem schweren Frontal-Unfall komplett nach hinten verschieben kann und damit den Überlebensraum um wesentliche Zentimeter vergrößert. Die Entwickler haben die Wirkung des Front Collision Guard nicht nur rechnerisch ermittelt, sondern in der Folge zur Absicherung auch in mehreren Crash-Tests praktisch erprobt. Der FCG erfüllt außerdem bereits künftige gesetzliche Normen für Pendelschlagtests bei Omnibussen.
Zusammen mit dem Active Brake Assist, durch den bei einem unvermeidlichen Frontalaufprall die Kollisionsgeschwindigkeit drastisch gesenkt werden kann, wird mit dem FCG ein bisher unerreichtes Maß an Sicherheit für Fahrer und Reisebe­gleiter erreicht.
Mercedes-Benz Omnibusse: Sicherheit aus Tradition
Mit dieser Entwicklung schließt der Travego nahtlos an eine große Tradition an. Anfang der achtziger Jahre wurde die Festigkeit der Omnibus-Karosserien von Mercedes-Benz in ersten Überrolltests bewiesen. Bereits 1981 hat Mercedes-Benz das Antiblockiersystem (ABS) eingeführt, vier Jahre später das erste automatisierte Getriebe, 1986 die Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR). Auf weitere Schritte folgte 1997 die Einführung des Elektronischen Bremssystems (EBS) im Omnibus mit der CAN-Datenbus-Vernetzung im Omnibus. EBS verringert die Ansprechzeit der Bremsen und mit seiner Hilfe kann seitdem die Bremskraft optimal verteilt werden. Gleichzeitig wurde das Pedalgefühl für den Fahrer erstmals Pkw-ähnlich und die Bremse damit für ihn feinfühliger dosierbar. EBS ist aber auch die Voraussetzung der elektronischen Sicherheitssysteme, die kurze Zeit nach der Einführung des Mercedes-Benz Travego dort ihre Premiere feierten.
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