Traktionsreiche Geschichte: Die Mercedes-Benz Allradfahrzeuge
Stuttgart
02.08.2011
Allradantrieb als vielseitiger Helfer
  • Neue Allradfahrzeuge der DMG entstehen für Militär und zivile Zwecke
  • Im Gelände, auf Baustellen, als Zugwagen und unter widrigen Wetterbedingungen: Die wichtigen Einsatzgebiete sind schon früh abgesteckt
  • Weitere Versuche mit Vierrad-Lenkung
In den Jahren nach 1907 hält die Entwicklung der Allrad-Nutzfahrzeuge der DMG Schritt mit den heckangetriebenen Lastwagen. Vor allem immer leistungsstärkere Motoren kommen zum Einsatz. Der Erste Weltkrieg sorgt für eine generell große Nachfrage nach Motorfahrzeugen – auch mit Allradantrieb; hierbei kooperiert die DMG mit Krupp.
Ein erstes allradgetriebenes Großserienfahrzeug baut die DMG ab 1917 zusammen mit der Krupp AG in Gestalt des Artillerieschleppers KD1. Das für 15 Tonnen Gesamtgewicht konzipierte Fahrzeug wird in einer Stückzahl von 1129 Exemplaren gebaut und dient beim Heer hauptsächlich dem Transport von Geschützen. Dieses „Artillerie-Kraftzugmaschine“ genannte Fahrzeug ist die beste und mit Abstand am häufigsten verwendete Zugmaschine auf deutscher Seite. Nach dem Krieg kommt sie auch im zivilen Bereich zum Einsatz, zum Beispiel als Fahrgestell für Polizei-Panzerwagen.
Ans Militär liefert das Werk diese Zugmaschine mit 100-PS-Motor (74 kW). Ab 1919 ändert die DMG die Bezeichnung in „DZ“ (Daimler-Zugwagen) und bietet eine 70-PS-Variante (52 kW) für 15,5 Tonnen Zuggewicht, weiterhin 100 PS (74 kW) für 27 Tonnen Zuggewicht sowie eine 170-PS-Version (125 kW) für ein Gesamtzuggewicht von 45 Tonnen an.
Als viele Fahrzeuge nach dem Krieg in die zivile Nutzung überführt werden, landen einige Allradautomobile auf einem Terrain, wo sie wiederum ihre Vorteile ausspielen können: auf Baustellen. Da zudem zahlreiche Lokomotiven als Reparationsleistung abgegeben werden müssen, entstehen bei der DMG allradgetriebene Zugfahrzeuge für die Schiene, die mehr als 100 Tonnen ziehen können, wobei die Geschwindigkeit mit rund 35 km/h angegeben wird.
Und noch ein weiteres Feld erobern die Allradautomobile mit ihrer guten Traktion: Sie werden mit einem Schneepflug ausgestattet, um im Winter Straßen freizuräumen. Damit sind bereits alle Einsatzgebiete umrissen, für die sich Allradfahrzeuge besonders eignen und die ihnen in den nachfolgenden Jahrzehnten vielfältige Betätigungsfelder geben werden.
Auch die Vierradlenkung, die im Dernburg-Wagen erprobt worden war, nehmen die Ingenieure nach dem Krieg wieder auf: 1919 baut das Werk Untertürkheim einen Zugwagen mit Vierradlenkung, der als Fabrikschlepper gedacht ist. Trotz seiner Vorteile, insbesondere der herausragenden Wendigkeit, kommt es jedoch nicht zu einer Serienfertigung.
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