Traktionsreiche Geschichte: Die Mercedes-Benz Allradfahrzeuge
Stuttgart
02.08.2011
Der Mercedes-Benz G 5
  • Vorläufer der Geländewagen in Privathand
  • Großes Angebot verschiedener Karosserien
  • Die Vierradlenkung sorgt für einen kleinen Wendekreis
Der Mercedes-Benz G 5 (Baureihe W 152, 1937 bis 1941) ist im technischen Sinn Nachfolger des 170 VL, auch er hat Allradantrieb und eine zuschaltbare Vierradlenkung. Wiederum ist das Interesse beim Militär nicht sehr groß, und um den G 5 einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, präsentiert ihn das Unternehmen im Oktober 1938 unter der Bezeichnung „Kolonial- und Jagdwagen“ auf der Motor-Show in London. Ab Werk sind drei Karosserievarianten erhältlich: ein Militär-Kübelaufbau, ein Tourenwagen mit Seitenfenstern und tropenfestem Faltverdeck sowie ein einfacherer Kübelwagen beispielsweise für den Polizeieinsatz. Darüber hinaus kann das Fahrzeug mit „jedem gewünschten Spezialaufbau“ geliefert werden, wie der Originalprospekt aus dem Jahr 1940 vermerkt. Für den Antrieb sorgt ein Vierzylindermotor mit 2,0 Liter Hubraum und einer Leistung von 45 PS (33 kW) bei 3700/min. Der Allradantrieb ist mit drei Sperrdifferenzialen ausgestattet. Als Besonderheit darf das Getriebe mit fünf Vorwärtsgängen gelten – in jener Zeit eine Seltenheit; wobei der erste Gang mit einem Untersetzungsverhältnis von 7,22 : 1 ausschließlich dem Geländebetrieb vorbehalten ist. Die Handbremse wirkt auf die Kardanwelle, die Räder sind alle einzeln aufgehängt. Die Höchstgeschwindigkeit des G 5 beträgt 85 km/h, bei aktivierter Vierradlenkung sollen laut Betriebsanleitung 30 km/h nicht überschritten werden.
Mehrere Fahrzeuge kommen bei der deutschen Bergwacht zum Einsatz, wo sie teilweise bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg genutzt werden. 1940 urteilt die Bergwacht über den G 5: „Wir sind der Überzeugung, dass infolge des Vierradantriebs und der Vierradlenkung die G 5-Wagen hervorragend für den Einsatz im alpinen Rettungsdienst geeignet sind. Insbesondere ermöglichen sie das Befahren der meisten der vorhandenen Zieh- und Fahrwege im Voralpenland und auch der kleinen, für den allgemeinen Verkehr nicht befahrbaren Straßen im Hochgebirge. Dadurch […] wird eine große Zeitersparnis erzielt, die immer und stets dem Verunglückten zugute kommt. […] Auf den allgemein üblichen Berg- und Ziehwegen gibt es keine Steigung, die für den Wagen unüberwindlich wäre. Das einzige Hindernis bildet sich nur, wenn der Weg zu schmal wird.“
Trotz des Variantenreichtums und seiner technischen Perfektion: Der Erfolg des G 5 bleibt gering. Insgesamt werden 378 Stück gebaut. Dennoch kann das Fahrzeug als Vorgänger der heute sehr beliebten Geländewagen in Privathand verstanden werden. Freilich wird es viele Jahre dauern, bis Mercedes-Benz hier wieder Allrad-Personenwagen in die Modellpalette aufnimmt: 1979 erscheint das G-Modell, das seitdem eine große Erfolgsgeschichte geschrieben hat.
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