Der neue Mercedes-Benz SL: Leicht, athletisch, luxuriös
Stuttgart
12.03.2012
60 Jahre SL-Historie: Von Generation zu Generation – der SL ist immer eine Ikone seiner Zeit
  • Mit internationalen Rennsiegen fing alles an
  • Seit 60 Jahren eine einzigartige Sportwagen-Legende
  • Heiß begehrte Liebhaberfahrzeuge
  • Unwiderstehliches Design, herausragende Technik
Vor sechzig Jahren begann eine Geschichte, die auf Anhieb zur Legende wurde. Sechs Jahre nach Kriegsende – die Daimler-Benz Werke lagen zum Teil noch in Schutt und Asche – hatte Versuchschef Rudolf Uhlenhaut die Vision, die Entwicklung bei Mercedes-Benz durch Motorsporterfolge ins rechte Licht zu setzen. Die verfügbaren Mittel waren begrenzt, und so verwandelte er die Not in eine Tugend und baute aus vorhandenen Komponenten und einer gehörigen Portion Innovationsgeist den ersten SL: einen Rennsportwagen, der bereits 1952 auf die internationalen Rennpisten geschickt wurde. Der 300 SL (interne Bezeichnung W 194) gewann in diesem Jahr das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem spektakulären Doppelsieg. Vorausgegangen war ein Dreifachsieg beim Preis von Bern, und beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring für Sportwagen belegte der 300 SL sogar die ersten vier Plätze. Dieses überaus erfolgreiche Rennsportjahr krönte der Newcomer sogar noch mit einem triumphalen Doppelsieg bei der III. Carrera Panamericana, einem Langstreckenrennen über 3.111 Kilometer quer durch Mexiko. Bald wusste jeder: Das begeisterte Team um Rudolf Uhlenhaut hatte ein Super-Automobil auf die Räder gestellt.
Gleichzeitig wurde die Buchstabenkombination „SL“ zum Phänomen. Als Kürzel für „super“ und „leicht“ ursprünglich nur zur Unterscheidung von den Modellen 300 und 300 S gedacht, entwickelte sie bald charismatischen Glanz. Dem Urvater von der Rennstrecke folgte als erster käuflich zu erwerbender Abkömmling 1954 der 300 SL Seriensportwagen (W 198), der ebenso viel Ruhm erlangte und wegen seiner ungewöhnlichen Türen „Flügeltürer“ oder „Gullwing“ (Möwenflügel) genannt wurde. Seither stehen die beiden Buchstaben für einzigartige Automobile, für legendäre Sportwagen. Das unwiderstehliche Design, die herausragende Technik und nahezu unbegrenzter Fahrspaß haben dem Mercedes-Benz SL einen Nimbus verliehen, der alle Modelle, die seit 1954 entstanden sind, nacheinander in den Rang eines Klassikers erhoben hat. Unter Automobil-Enthusiasten gelten sie als heiß begehrte Liebhaberfahrzeuge und vererben ihren Sonderstatus von Generation zu Generation weiter. Da wundert es nicht, dass der 300 SL „Gullwing“ im Jahr 1999 von einer Jury
aus Fachjournalisten zum „Sportwagen des Jahrhunderts“ gewählt wurde.
Zum sechzigsten Geburtstag hat Mercedes-Benz den Rennsportwagen von 1952 mit der Fahrgestellnummer 2 wieder komplett, original und fahrfertig aufgebaut. Unzählige Arbeitsstunden, viel Schweiß und Know-how haben die Spezialisten von Mercedes-Benz Classic in die Restaurierung investiert. Dabei wurde penibel darauf geachtet, dass das Fahrzeug nicht „überrestauriert“ wird, sondern seine individuelle Patina behält, die den einzigartigen Charakter zum Ausdruck bringt. Zur Vorstellung des neuen SL stellte sich auch der in authentischem Glanz schimmernde Urvater der Öffentlichkeit vor und demonstrierte die Urquelle des SL-Mythos. In der Gegenüberstellung spannten die beiden SL-Modelle von 1952 und 2012 den Bogen von den Ursprüngen bis zum aktuellen Höhepunkt der SL-Legende.
Vor 60 Jahren begann jedoch nicht nur die Ahnenreihe des SL, es wurden zugleich auch die Grundlagen für die gesamte Mercedes-Benz Sportwagenfamilie geschaffen, die heute mit dem SL, dem SLK und dem SLS AMG stärker differenziert ist als je zuvor. Bereits in den 1950er-Jahren, als der erfolgreiche Rennsportwagen zum käuflichen Serienwagen weiterentwickelt wurde, bot Mercedes-Benz neben dem betont sportlichen 300 SL „Gullwing“ ein zweites SL-Modell an: den weniger leistungsstarken, aber ebenso faszinierenden 190 SL, der als „kleiner Bruder“ des „Flügeltürers“ den Mythos SL für einen größeren Kundenkreis erlebbar machte.
Der 190 SL wird heute gern als Vorgänger des kompakten SLK gesehen, während der 300 SL „Gullwing“ mit seinen charakteristischen Türen und seinem herausragenden Leistungspotenzial vielfach als Urahn des SLS AMG wahrgenommen wird. Beide Modelle, der 300 SL wie der 190 SL, sind jedoch in erster Linie das, was auch der Typen-Schriftzug auf dem Heckdeckel verrät: die Wurzeln der legendären SL-Ahnenreihe, die wie keine andere seit nunmehr sechs Jahrzehnten für kultivierte Sportlichkeit steht.
In der ihnen eigenen Ausprägung sind die Autos dieser Modellreihe entstanden, weil die Zeit für sie reif war, weil Mercedes-Benz damit den Wunsch seiner Kunden erfüllte. Das gilt auch für die nachfolgenden Generationen des SL – jede spiegelt den Geist ihrer Zeit und die Wünsche und Begehrlichkeiten ihrer Käufer wider. Der Verkaufserfolg jeder SL-Generation belegt, dass Mercedes-Benz immer den SL gebaut hat, der am besten in seine Zeit passte – allerdings war man dem Zeitgeist in Stuttgart in der Regel ein Stück voraus und setzte Trends. So ist Komfort, neben der Sportlichkeit, die als ureigenste Disziplin der SL-Modelle gelten darf, schon sehr früh unverzichtbarer Bestandteil der SL-Philosophie geworden. Weitere typische SL-Merkmale über Generationen hinweg sind überlegene Fahrleistung, technische Innovationen und natürlich ein aufregendes, oft überraschendes Design, das die hohe Emotionalität der SL‑Automobile prägnant und stets neu zum Ausdruck bringt.
1954-1963: W 198 – der Mythos geht in Serie
Ohne Zweifel ist der 300 SL Rennsportwagen von 1952 der Urgedanke. Im Design verfeinert und mit kultiviertem Fahrkomfort trotz höherer Leistung, wurde er als Seriensportwagen weitergeführt. 1954 trat der 300 SL „Flügeltürer“ einen unvergleichlichen Siegeszug an. Neben den Flügeltüren zeichneten ihn der vom Rennsportwagen bekannte filigrane Gitterrohrrahmen und der erste Viertaktmotor mit Benzineinspritzung in einem Serien-Pkw aus. Er leistete für damalige Verhältnisse sensationelle 215 PS aus 3 Liter Hubraum. Ab 1957 wurde der 300 SL dann ausschließlich in einer offenen Version gebaut.
Von vornherein offen stellte sich der 190 SL gleichzeitig mit dem 300 SL dem Publikum vor. Seine Wurzeln lagen nicht im Rennsport, sondern in bewährter Serientechnologie. Der Faszination tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil: Das SL-Feeling wurde für einen deutlich größeren Käuferkreis erlebbar. In acht Jahren fanden fast 26.000 Fahrzeuge ihren Liebhaber.
„Der 300 SL gehört zu jener Gattung von Automobilen, die ihre Fahrer herausfordern und ihnen gleichzeitig ein großes Fahrvergnügen vermitteln.“
Juan Manuel Fangio, fünffacher Formel-1-Weltmeister.
1963-1971: W 113 – die „Pagode“
Im Frühjahr 1963, als Mercedes-Benz die Produktion von 300 SL und 190 SL einstellte, wurde der gemeinsame Nachfolger ein SL-Modell, das vor allem durch ein ungewöhnliches Äußeres für Furore sorgte. Dominierendes Designmerkmal war neben frischen, neuen Linien ein abnehmbares Coupédach, das sich zur Fahrzeugmitte absenkte. Das war einzigartig und erinnerte an fernöstliche Tempelarchitektur. Der Volksmund taufte diesen SL deshalb auf den Namen „Pagode“.
„Ich kann mich nicht erinnern, während der vielen Jahre, seitdem ich Auto fahre, je ein Auto (ausgenommen Rennwagen!) gefahren zu haben, das ich lieber besäße.“
Formel-1-Rennfahrer und Mille-Miglia-Gewinner Stirling Moss in einem Brief an Rennleiter Alfred Neubauer.
1971-1989: R 107 – der Evergreen
1971 folgte der „Pagode“ schließlich eine SL-Modellreihe, die 18 Jahre lang gebaut werden sollte. Die Linien dieses Klassikers waren von vornherein auf lange Lebensdauer ausgelegt und verloren bis heute nicht ihren Reiz. Noch heute wirkt der intern als R 107 bezeichnete Roadster mit seinen umfangreichen Wölbungen in Zusammenspiel mit den klaren Linien, die auf stilistische Eskapaden verzichteten, wie ein automobiles Denkmal.
Den R 107 zeichnete als erste SL-Generation eine große Modellvielfalt aus. So wurde er im Laufe seiner langen Bauzeit mit Motoren vom 2,8-Liter-Reihensechszylinder bis zum 5,6-Liter-V8 angeboten. Über lange Zeit konnte der Kunde unter drei Motorisierungen wählen. Darüber hinaus setzte der R 107 mit hohen Sicherheitsreserven und zahlreichen innovativen Detaillösungen neue Maßstäbe in puncto Sicherheit.
„Er ist kraftvoll und doch kein Kraftprotz. Er strahlt etwas Überlegenes,
Männliches
aus.“
Hans Hermann, Formel-1-Rennfahrer und Le-Mans-Gewinner.
1989-2001: R 129 – die Skulptur mit Stil
1989 verließ der letzte von 237.287 SL-Roadstern der Baureihe R 107 das Montageband in Sindelfingen. Die Nachfolge trat die intern R 129 genannte SL‑Modellreihe an. Ihre prägende Keilform gefiel sofort und strahlte Geschmack und Stil aus. Heute gilt sie als automobile Skulptur.
Neben höchster Designqualität und größtem Open-Air-Fahrspaß bot dieser SL einen Insassenschutz von kompromisslos hohem Niveau. Zu den Sicherheitsfeatures zählten beispielsweise ein in kritischen Situationen automatisch ausfahrender Überrollbügel und – weltweit erstmalig – ein sogenannter Integralsitz mit im Sitz integriertem Dreipunktgurt. Auch bei der Motorisierung – bis zwölf Zylinder – und beim Fahrverhalten markierte der R 129 die Spitze.
„Ich habe den SL gekauft, weil ich glaube, dass er das schönste Auto der Welt ist.“
José Carreras, Star-Tenor und Automobil-Liebhaber.
2001-2012: R 230 – stilvolle Verbindung von Tradition und Moderne
Mit einem stilistisch faszinierenden und technisch anspruchsvollen Sportwagender Baureihe R 230 setzte Mercedes-Benz im Herbst 2001 die lange Tradition des SL fort. Als erster SL ist er mit einem Variodach ausgerüstet. Die innovative Dachkonstruktion, die den Zweisitzer binnen weniger Sekunden vom Roadster zum wetterfesten Coupé (oder umgekehrt) verwandelt, hat Mercedes-Benz 1996 in der ersten Generation des SLK eingeführt und für den SL weiterentwickelt. Außerdem bietet der R 230 die aktive Fahrwerkregelung Active Body Control ABC, ein einzigartiges Paket modernster elektronischer Regelsysteme, sowie perfektionierten Insassenschutz. Der R 230 steht aber auch für neue Leistungsdimensionen und überragende Sportlichkeit: Als SL 55 AMG, der 2001 und 2002 als offizieller Safety Car der Formel 1 zum Einsatz kommt, überschreitet er erstmals die 368-kW-/500-PS-Grenze. Der 2004 präsentierte SL 65 AMG ist bei seinem Erscheinen gar der leistungs- und drehmomentstärkste Roadster der Welt; und in den Jahren 2008 und 2009 sorgt der R 230 – diesmal als SL 63 AMG – erneut als Formel-1-Safety-Car für Sicherheit.
„Was den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit betrifft, setzt der SL ab sofort neue Maßstäbe.“
Wolfgang König, Automobil-Fachjournalist im Fahrbericht von 2001.
Seit 2012: R 231 – Athlet und Ästhet
Der neue SL nimmt es an Sportlichkeit mit dem Ur-SL auf, wie die Leistungsdaten objektiv und das Fahrgefühl subjektiv zeigen. Neben S-Klasse und E-Klasse zählt der SL zu den Mercedes-Benz Modellreihen mit der längsten Tradition. Und wie kaum eine andere Fahrzeugklasse von Mercedes-Benz steht er für Faszination und Emotion
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