Der neue Mercedes-Benz SL 63 AMG: Performance gesteigert, Gewicht und Verbrauch reduziert
Stuttgart
08.05.2012
Fahrwerk und Bremsanlage: Fahrdynamik auf höchstem Niveau
  • Vorder- und Hinterachse aus Aluminium gefertigt
  • AMG Sportfahrwerk auf Basis Active Body Control
  • AMG Sport-Parameterlenkung mit variabler Servounterstützung
  • Neu entwickelte AMG Hochleistungs-Verbundbremsanlage
  • AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage auf Wunsch
Spitzenleistungen bei Antrieb und Kraftübertragung verlangen nach Hightech in puncto Fahrwerk und Bremsanlage. Auch auf diesem Gebiet erfüllt der SL 63 AMG die in ihn gesetzten Erwartungen. Die bereits beim Vorgängermodell von den Kunden geschätzten Charaktereigenschaften – dynamisches Handling und hohe Agilität, verbunden mit Mercedes-typischem Langstreckenkomfort – hat Mercedes-AMG bei der Neuauflage des High-Performance-Roadsters weiter optimiert und verfeinert.
Wie bei der Karosserie vertrauen die Experten aus Affalterbach auch beim AMG Sportfahrwerk auf den Werkstoff Aluminium. So sind die Achsschenkel und Federlenker an der Vierlenker-Vorderachse ebenso aus Alu gefertigt wie nahezu alle Radführungsteile der Raumlenker-Hinterachse. Auch der Integralträger für Vorderachshälften, der Lenkgetriebe sowie Motor aufnimmt, ist in Aluminiumbauweise ausgeführt. Das Resultat: Die Gewichtseinsparung gegenüber herkömmlichen Komponenten aus Stahl führt zu einer Reduzierung der ungefederten Massen, was mess- und spürbare Vorteile beim Ansprechverhalten der Feder-Dämpfer-Elemente sowie bei der Agilität mit sich bringt. Ebenso von Bedeutung: Der SL 63 AMG verfügt an beiden Achsen über mehr negativen Sturz sowie über eine komplett überarbeitete Elastokinematik für ein direkteres Fahrgefühl und höhere Querbeschleunigungen. Die gleichen Effekte bringt die deutlich breitere Spur als beim Vorgänger (Vorderachse plus 52 mm, Hinterachse plus 50 mm).
Active Body Control für noch mehr Performance optimiert
Das Thema Fahrdynamik stand auch bei der Neukonzeption des AMG Sportfahrwerks auf Basis Active Body Control (ABC) im Mittelpunkt. Während der Entwicklungs- und Erprobungsphase wurde die aktive Fahrwerkregelung speziell im Hinblick auf die Kurven-Performance optimiert. Grundsätzlich verringert das ABC-Fahrwerk die Aufbaubewegungen beim Anfahren, bei Kurvenfahrt auf unebener Fahrbahn und beim Bremsen fast vollständig. Kurven werden mit stark reduzierter Seitenneigung umrundet, die Wankneigung bei schnellen Ausweichmanövern wird wirkungsvoll unterdrückt. Die Stellglieder dieses Systems sind Federbeine, bei denen in Reihe zur Stahlfeder ein hydraulischer Stellzylinder angeordnet ist. Fährt dieser Zylinder ein und aus, verstellt er dadurch aktiv die Länge der Feder und damit die Federkraft im Federbein. Damit kann auf herkömmlich Drehstab-Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse verzichtet werden.
Eine leistungsfähige Steuerelektronik, die mit dem Motor- und Getriebesteuergerät in permanentem Dialog steht, stellt die blitzschnelle Anpassung der Kräfte an den vier Federbeinen sicher. Eine Neuheit ist die visuelle ABC-Anzeige im System-Menü von COMAND: Fahrer und Beifahrer können die radindividuellen Aktionen der aktiven Fahrwerkregelung in Echtzeit beobachten.
Ein kurzer Druck auf den mit einem Stoßdämpfer-Symbol gekennzeichneten Fahrwerk-Taster in der AMG DRIVE UNIT verändert die Charakteristik des AMG Sportfahrwerks: Die Seitenneigung in schnellen Kurven reduziert sich nochmals, zudem reagieren Federung und Dämpfung im Sinne einer höheren Agilität straffer. Im Sport-Modus senkt ABC die Karosserie zwischen 65 und 100 km/h kontinuierlich um bis zu 8 Millimeter ab. Im Komfort-Modus erfolgt die Absenkung zwischen 140 und 170 km/h. Der positive Effekt: Die Verringerung des Luftwiderstands und die Absenkung des Fahrzeugschwerpunkts. Wird auf Schlechtwegstrecken oder vor Rampen eine größere Bodenfreiheit benötigt, kann das Fahrzeugniveau bis Tempo 30 um maximal 55 Millimeter angehoben werden.
Active Body Control auch als Performance-Fahrwerk zur Wahl
Auf Wunsch steht für den SL 63 AMG aus dem AMG Performance Studio das AMG Performance Fahrwerk zur Wahl. Die in beiden Modi um bis zu 30 Prozent straffer gewählte Dämpfercharakteristik sorgt für noch geringere Karosseriebewegungen und empfiehlt sich unter anderem für ambitionierte Runden auf einer abgesperrten Rennstrecke.
Eine weitere Besonderheit von Active Body Control ist die variable Wankmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, die das System je nach Fahrsituation und Geschwindigkeit automatisch einstellt. Der Computer erhält von verschiedenen Beschleunigungs-Sensoren Informationen über die jeweilige Fahrsituation und vergleicht sie mit den Daten der Druck-Sensoren in den Federbeinen und der Niveau-Sensoren an den Achslenkern. Daraufhin berechnet das System die Steuersignale, die servohydraulische Ventile an Vorder- und Hinterachse in genau dosierte Ölströme umsetzen. Zudem ist der SL 63 AMG mit einer hydraulischen Rundum-Niveauregulierung ausgerüstet, die für ein konstantes, von der Zuladung unabhängiges Fahrzeugniveau sorgt.
AMG Sport-Parameterlenkung mit variabler Servounterstützung
Eine Neuentwicklung ist die elektromechanische AMG Sport-Parameterlenkung: Mit ihrer konstanten und direkten Übersetzung von 14 : 1 erlaubt sie ein sportliches Ansprechen aus der Mittellage und unterstützt das weitgehend lineare Ein- und Eigenlenkverhalten des Fahrzeugs. Die Folge: Ein leichtfüßig agiles Kurvenverhalten und eine eindeutige Rückmeldung im Grenzbereich.
Damit nicht genug: Erstmals im AMG Topmodell wurde eine je nach Fahrwerkeinstellung angepasste Servounterstützung realisiert. Im Modus „Comfort“ agiert die AMG Sportparameter-Lenkung komfortabel, also mit einer höheren Lenkunterstützung. Im Modus „Sport“ hingegen spürt der Fahrer eine geringere Lenkunterstützung – was sich durch einen tendenziell besseren Fahrbahnkontakt auswirkt. Davon profitieren Rückmeldung und Lenkpräzision speziell bei höherem Tempo und sportlicher Fahrweise.
Neue Lenkung hilft, Kraftstoff zu sparen
Neben einem präziseren und gleichzeitig komfortableren Lenkerlebnis bietet die neue elektromechanische Lenkung eine Reihe weiterer Vorteile. Sie leistet einen entscheidenden Beitrag zur Wirtschaftlichkeit, denn die Lenkunterstützung benötigt nur dann Energie, wenn der Fahrer auch tatsächlich lenkt. Gegenüber dem Vorgängermodell mit der herkömmlichen hydraulischen Lenkunterstützung lassen sich so bis zu 0,3 Liter/7 g CO2 auf 100 Kilometer (NEFZ gesamt) einsparen.
Die Servounterstützung ist auch bei stehendem Motor verfügbar – wobei ein Algorithmus dafür sorgt, dass der Verbrennungsmotor im ECO Start-Stopp-Modus nicht nur deswegen anspringen muss, weil der Fahrer im Stand das Lenkrad bewegt. Realisierbar wurden mit der neuen Lenkung auch die automatische Einparkfunktion „Aktiver Park-Assistent“ und die Entlastung des Fahrers bei einer zum Rand hin abfallenden Fahrbahn.
Bei der neuen Lenkung sind Lenkgetriebe und der unterstützende Servomotor zu einer kompakten Einheit zusammengefasst und auf dem Aluminium-Integralträger vor der Radmittenachse montiert. Das leistungsfähige Steuergerät verarbeitet die vom ESP® Steuergerät erfassten Kennwerte – unter anderem Fahrzeuggeschwindigkeit, Lenkwinkel, Lenkwinkelgeschwindigkeit, Querbeschleunigung sowie Eigenlenkverhalten – und errechnet daraus blitzschnell die Kräfte, die in unterschiedlichen Fahrsituationen – vom Parken bis zu schneller Autobahnfahrt – vom Fahrer am Lenkrad aufgebracht werden müssen. Eine aktive Lenkungsdämpfung erhöht das Sicherheitsgefühl bei schneller Geradeausfahrt.
3-Stufen-ESP® mit „SPORT Handling“-Mode
Wie bisher bietet der SL 63 AMG serienmäßig das 3-Stufen-ESP®: Das Elektronische Stabilitäts-Programm erlaubt drei individuelle Regelstrategien auf Knopfdruck: Mit Hilfe des ESP® Tasters in der AMG DRIVE UNIT kann der Fahrer zwischen den Stufen „ESP ON“, „SPORT Handling“-Mode und „ESP OFF“ wählen – das Display im AMG Kombiinstrument zeigt den jeweils aktivierten Zustand an. In „ESP ON“ erfolgt bei beginnendem instabilem Fahrzustand ein Bremseneingriff an einem oder mehreren Rädern sowie eine Rücknahme des Motormoments.
Wenn der ESP® Taster kurz gedrückt wird, ist der „SPORT Handling“-Mode aktiv. In diesem Modus erlauben die Über- bzw. Untersteuereingriffe sowie die flankierenden Motormomenteneingriffe höhere fahrdynamische Zustände, so etwa entsprechende Driftwinkel – der Fahrer profitiert von deutlich mehr Fahrspaß. Sobald der Fahrer das Bremspedal betätigt, steht ESP® wieder im vollen Umfang zur Verfügung. Ein langer Druck auf den ESP® Taster aktiviert „ESP OFF“. Hier wird im Sinne der Fahrdynamik das Motormoment nicht mehr reduziert – dafür der Fahrspaß weiter gesteigert. „ESP OFF“ sollte nur von versierten Fahrern auf abgesperrten Rennstrecken genutzt werden. Auch in diesem Modus stehen beim Betätigen des Bremspedals wieder alle Funktionen des ESP® zur Verfügung.
In allen drei ESP® Modi ist die Traktionslogik aktiv. Bei beginnendem Durchdrehen eines Antriebsrades wird durch den gezielten Bremseneingriff nahezu die Wirkung eines mechanischen Sperrdifferenzials erzielt. Somit kann die Motorleistung noch besser auf die Straße übertragen werden. Eine weitere Verbesserung der Traktion bewirkt das AMG Hinterachs-Sperrdifferenzial – es ist als Wunschausstattung aus dem AMG Performance Studio erhältlich.
Neu entwickelte AMG Hochleistungs-Verbundbremsanlage
Wie die Lenkung ist auch die Bremsanlage eine Neuentwicklung. Beste Verzögerungswerte, präziser Druckpunkt und hohe Standfestigkeit kennzeichnen die AMG Hochleistungs-Verbundbremsanlage. An Vorder- und Hinterachse sind belüftete und gelochte Bremsscheiben montiert. Zur besseren Kompensation von Wärmespitzen sind die besonders belasteten Scheiben der Vorderachse in der motorsporterprobten Verbundtechnik ausgeführt. Die vordere Scheiben im Format 390 x 36 Millimeter werden von 6-Kolben-Aluminium-Festsätteln verzögert, die hinteren 360x26-Millimeter-Scheiben von 1-Kolben-Aluminium-Faustsätteln. Grau lackierte Bremssättel mit weißem AMG Schriftzug sind Serienausstattung.
Auf Wunsch ist eine AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage lieferbar – erkennbar am „AMG Carbon Ceramic“-Logo auf den Bremssätteln. Durch die spezielle Werkstoff- und Produktionstechnik, bei der die Scheiben aus mit Kohlefasern verstärkter Keramik im Vakuum bei 1.700 Grad Celsius gefertigt werden, bieten die Keramikscheiben einen weitaus höheren Härtegrad. Dies steigert nicht nur die Lebensdauer gegenüber einer Graugussscheibe um ein Vielfaches, sondern auch deren Unempfindlichkeit gegenüber höchster Belastung und Hitze. Das Ergebnis: kürzeste Bremswege, präziser Druckpunkt und noch höhere Standfestigkeit auch bei extremen Einsatzbedingungen. Die abermals größer dimensionierten Keramikscheiben – vorne: 402 x 39 Millimeter, hinten: 360 x 32 Millimeter – sind rundum in Verbundbauweise konzipiert und schwimmend radial mit einem Aluminiumtopf verbunden.
Gegenüber den herkömmlichen Verbundbremsscheiben sind die Keramik-Bremsscheiben um insgesamt rund 40 Prozent leichter. Die nochmalige Reduzierung der ungefederten Massen steigert nicht nur Fahrdynamik und Agilität, sondern verbessert auch das Ansprechverhalten der Lenkung sowie den Abtastkomfort der Federung. An der Vorderachse kommen 6-Kolben-Festsättel zum Einsatz, an der Hinterachse 1-Kolben-Festsättel.
Die Bremsendaten des Mercedes-Benz SL 63 AMG im Überblick:
 
AMG Hochleistungs-Verbundbremsanlage
AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage
Vorderachse:
 
 
Bremsscheibe

Durchmesser Dicke
Gewicht* Bremssattel Belagfläche
Aluminium-Grauguss, Verbundtechnik, belüftet, gelocht 390 mm
36 mm
14,4 kg
6-Kolben-Aluminium-Festsattel
2 x 154 cm2
Keramik, Verbundtechnik, belüftet, gelocht
402 mm
39 mm
7,9 kg
6-Kolben-Aluminium-Festsattel
2 x 154 cm2
Hinterachse:
 
 
Bremsscheibe

Durchmesser Dicke
Gewicht* Bremssattel Belagfläche
Integral, einteilig, belüftet, gelocht, genutet
360 mm
26 mm
8,8 kg
1-Kolben-Aluminium-Faustsattel
2 x 45 cm2
Keramik, Verbundtechnik, belüftet, gelocht
360 mm
32 mm
6,5 kg
1-Kolben-Aluminium-Festsattel
2 x 58 cm2
* Gewicht der Bremsscheibe
Zahlreiche Funktionen der Hochleistungs-Bremsanlage mit ADAPTIVE BRAKE erhöhen Komfort wie Sicherheit. So beispielsweise die praktische HOLD-Funktion: Wenn der SL 63 AMG zum Stillstand gekommen ist, muss der Fahrer das Bremspedal nur noch etwas stärker betätigen. Jetzt wird das Fahrzeug von der Bremse gehalten – auch wenn der Fuß vom Bremspedal genommen wird. Ein unbeabsichtigtes Anrollen im Stop-and-go-Verkehr oder ein ungewolltes Zurückrollen am Berg wird so verhindert. Beim Anfahren schaltet sich die HOLD-Funktion automatisch ab. Ein weiteres hilfreiches Feature ist die Berganfahrhilfe. Erkennt die Sensorik, dass der Fahrer an einer Steigung Anfahren will, wird der Bremsdruck automatisch für eine kurze Zeit konstant gehalten. So kann der SL nicht zurückrollen und der Fahrer hat genügend Zeit, vom Brems- auf das Gaspedal zu wechseln, ohne die Feststellbremse betätigen zu müssen.
Wechselt der Fahrer vor einer Notbremsung abrupt vom Gas- auf das Bremspedal, erhöht das Bremssystem den Druck in den Bremsleitungen und legt so die Beläge an die Bremsscheiben an, die dann beim Tritt aufs Bremspedal sofort mit voller Kraft zupacken können. Durch dieses sogenannte Vorfüllen unterstützt das System den serienmäßigen Brems-Assistenten. Zur weiteren Serienausstattung zählt die Trockenbremsfunktion, die bei Nässe mittels kurzer Brems-Impulse den Wasserfilm auf den Bremsscheiben abstreift, dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse erheblich.
Drei Leichtmetallräder-Varianten zur Wahl
Für den SL 63 AMG stehen drei verschiedene AMG Leichtmetallräder zur Wahl. Serienmäßig rollt der Roadster auf titangrau lackierten und glanzgedrehten AMG Leichtmetallrädern im 5-Doppelspeichen-Design. An der Vorderachse sind Reifen der Dimension 255/35 R 19 auf Felgen im Format 9,0 x 19 montiert, an der Hinterachse Reifen in 285/30 R 19 auf Felgen in 10 x 19.
Gewichtsoptimierte AMG Schmiederäder aus dem AMG Performance Studio sorgen für eine Reduzierung der ungefederten Massen. Zwei verschiedene Ausführungen stehen als Sonderausstattung zur Wahl: AMG Schmiederäder im Vielspeichen-Design im Format 9,0 x 19 (vorn) bzw. 10 x 20 (hinten) mit Reifen in 255/35 R 19 vorn und 285/30 R 20 hinten – entweder titangrau lackiert und poliert oder mattschwarz lackiert mit glanzgedrehtem Felgenhorn.
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Leiter Baureihen Mercedes-Benz Cars, Sportkommunikation
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