Vom Start weg ein Erfolg: Bereits in der ersten Rennsaison fährt der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 an die Spitze. 34 Flügeltürer wurden an ambitionierte Privatteams verkauft, bis jetzt wurden bereits 27 davon ausgeliefert. In der Welt des Motorsports ist auch das eine Erfolgsmeldung. Der seriennahe SLS AMG GT3 bestreitet im Rahmen des neuen Kundensportprogramms von Mercedes-AMG Wettbewerbe in ganz Europa und darüber hinaus. Die schnellen Flügeltürer sammelten bei 17 Rennen in den ersten sechs Wochen der Motorsportsaison 2011 vier Siege und zahlreiche weitere gute Platzierungen.
FIA GT3 Europameisterschaft: Sieben der 27 Fahrzeuge am Start des ersten Rennens auf dem Autodromo Internacional do Algarve in Portugal waren SLS AMG GT3; der Flügeltürer von Graff Racing mit Mike Parisy/Philippe Giaque holte die Pole Position. Im Samstagsrennen belegten sie als bestes Kundenteam den vierten Platz. Am Sonntag fuhren Dominik Baumann und Brice Bosi von HEICO Motorsport in einer dramatischen Schlussphase auf Rang drei und damit auf das Podium.
VLN (Deutschland): Chris Mamerow und Armin Hahne von Mamerow Racing gewannen den zweiten Lauf am 30. April 2011 und erzielten damit von der Pole Position startend ihren ersten Sieg mit dem SLS AMG GT3 in der noch jungen Saison. Beim ersten Rennen waren sie noch in Führung liegend ausgefallen, beim dritten VLN-Lauf wurden sie Fünfte, unterstützt von Pierre Kaffer als drittem Fahrer, der auch beim 24-Stunden-Rennen im Juni für Mamerow starten wird.
Die Kundenteams sind mit dem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 als Basis bestens aufgestellt: Das Black Falcon Team mit Kenneth Heyer/Thomas Jäger/ Jan Seyffarth/Jeroen Bleekemolen begann beispielsweise die Langstreckenserie auf dem Nürburgring mit dem guten dritten Platz; beim zweiten Rennen fuhren Lance David Arnold/Christopher Brück/Christiaan Frankenhout von Heico Motorsport die schnellste Runde und beim dritten Rennen der Meisterschaft kam ROWE Racing mit Marco Schelp/Hubert Haupt/Klaus Rader als bestes Mercedes-Privatteam auf Rang vier; das bedeutete gleichzeitig den Klassensieg in der Kategorie SP9.
ADAC GT Masters (Deutschland): Die Plätze fünf, sechs (jeweils Samstag) und sieben (am Sonntag) waren die Ausbeute der Kundenteams beim zweiten Lauf zum ADAC GT Masters auf dem Sachsenring. Im ersten Rennen fuhren Dominik Baumann und Hari Proczyk (Heico Motorsport) vor ihren Markenkollegen David Sigacev und Florian Stoll im Flügeltürer von MS RACING in die Punkte; im zweiten Rennen schaffte das die zweite Fahrerpaarung von MS RACING, Maximilian Mayer und Maximilian Götz, die an diesem Wochenende ihr Renndebüt im Flügeltürer bestritten.
Französische GT-Meisterschaft: Bei den beiden Läufen der Französischen GT-Meisterschaft in Dijon erzielten Renaud Derlot/Gerard Tonelli von Graff Racing bereits ihren dritten Sieg in der Serie. Das Duo mit dem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 hatte bereits beim Saisonauftakt in Lédenon zwei Siege gefeiert. – Frankreich ist traditionell ein gutes Pflaster für Mercedes-Benz: Vor 110 Jahren, bei der Rennwoche von Nizza 1901, gewann erstmals ein Rennwagen mit der Bezeichnung Mercedes.
Britische GT Meisterschaft: Nach drei Rennen liegen die Brüder David und Godfrey Jones mit ihrem Flügeltürer auf Platz zwei der Gesamtwertung. Höhepunkt ihrer ersten drei Rennen war Platz zwei im zweiten Lauf; zuletzt wurden sie in Snetterton gute Vierte.
Der Aluminium Space Frame – Kern des SLS AMG GT3
Das also ist des Autos Kern: Der SLS AMG GT3 basiert auf einem Aluminium Space Frame, einer exklusiven und aufwändigen Konstruktion – konsequenter kann man Leichtbau für sportliche Fahrzeuge kaum umsetzen. Der Alu-Space-Frame des Mercedes-Benz SLS AMG wird aus Aluminiumprofilen zusammengesetzt und im Straßen- wie im Rennauto, dem SLS AMG GT3 verwendet.
Der völlig neu entwickelte Rohbau des SLS AMG GT3 vereint intelligenten Leichtbau mit höchster Festigkeit – und unterstützt damit die hohe Fahrdynamik des SLS. Leichte Aluminium-Profile verbinden die Kraftknoten zu einer stabilen Struktur. Die großen, tief liegenden Querschnitte dieser Aluminium-Profile gewährleisten hohe Widerstandsmomente und sichern so die gewünschte direkte Übertragung von Antriebs-, Brems- und Fahrwerkkräften. Unerwünschte Elastizitäten werden durch die Struktur verringert; das Fahrzeug reagiert steif, fast verwindungsfrei und direkt. Diese Qualitäten des Serienmodells finden sich gleichermaßen in der Rennversion SLS AMG GT3 und sorgten dafür, dass der Flügeltürer vom Start weg ein Verkaufsrenner bei den Kundenteams wurde.
Der intelligente, gewichtsoptimierte Aluminium-Spaceframe besteht zu 45 Prozent aus Aluminium-Profilen, zu 31 Prozent aus Aluminium-Blech, zu 20 Prozent aus Aluminium-Guss und zu 4 Prozent aus Stahl. Zur weiteren Steigerung der Insassensicherheit kommt in den A-Säulen ultrahochfester, warm umgeformter Stahl zum Einsatz.[SWEIL181]Das Rohbaugewicht beträgt 241 Kilogramm – bezogen auf die Höchstleistung ein absoluter Spitzenwert im Supersportwagen-Segment. Gleichzeitig bildet die Alu-Rohbaustruktur aber auch die Basis für eine hervorragende Passive Sicherheit.
Das gesamte Fahrzeugkonzept ist so angelegt, dass ein möglichst tiefer Schwerpunkt erreicht wird. Dies gilt sowohl für die tiefe Anbindung von Antriebsstrang und Achsen als auch für die möglichst tiefe Anordnung der steifigkeitsrelevanten Rohbaustruktur. Beispiele hierfür sind die biege- und momentensteifen Verbindungen des Vorder- und Hinterwagens mit der Sicherheitsfahrgastzelle, die konsequent über möglichst tief liegende Kraftpfade realisiert werden. Dies führt nicht nur zu einem tiefen Schwerpunkt, sondern auch zu einem harmonischen und dadurch effizienten Kraftverlauf in der Fahrzeugstruktur.
Ein weiteres augenfälliges Merkmal des Leichtbaus sind die in die Rohbaustruktur integrierten Querversteifungen an der Vorder- und Hinterachse. Die Profile verbinden die Längsträger exakt dort, wo bei dynamischer Kurvenfahrt die höchsten Kräfte auf den Rohbau auftreten. Vorteile dieser aufwendigen Lösung: eine konkurrenzlose Quersteifigkeit und die Vermeidung von schweren Sekundär-Versteifungen oder Konsolen.
Das gefällt auch den Rennfahrern und ihren Technikern in den Teams, denn auf dieser Basis lässt sich der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 gut auf die unterschiedlichsten Rennstrecken abstimmen. Das ist in Rennserien für seriennahe Fahrzeuge, zu denen der GT3-Sport gehört, keine Selbstverständlichkeit.
Schnelle Bruderschaft
Brüderpaare im Motorsport sind nichts Neues; so erfreut sich Mercedes-Benz seit letztem Jahr der gemeinsamen Dienste der Schumacher-Brüder – Michael in der Formel 1, Ralf in der DTM. Diese Brüder aber dürften auch in der weiten Welt des Motorsports einmalig sein: David und Godfrey Jones sind nicht nur Brüder, sie sind Zwillinge und – sie sind 58 Jahre alt, wurden am 22. März 1953 geboren. Deshalb fahren sie auch mit der 22 auf ihrem jeweiligen Rennauto – in diesem Jahr ist das ein Mercedes-Benz SLS AMG GT3, mit dem sie in der Britischen GT-Meisterschaft antreten.
In den Vorjahren mit verschiedenen Fabrikaten am Start, entschieden sich die Jones-Brüder diesmal für Mercedes-Benz. „Die Fertigungsqualität des SLS AMG GT3 und der gute Ruf von AMG und HWA überzeugten uns“, sagte David Jones. Als ihr Auto bei den Vorsaisontests im März erstmals aus der Box rollte, sorgte er für entsprechendes Aufsehen.
David und Godfrey gehören in der Britischen GT-Meisterschaft seit 2004 zu Starterfeld, und zu denen, die es zu schlagen gilt. 2009 holten die schnellen Zwillinge den Meistertitel. Im letzten Jahr reichte es trotz drei Siegen und vier Pole Positions „nur“ zu Platz elf. Seit ihrem Umstieg auf den Flügeltürer kommt die schnelle Bruderschaft wieder in Schwung: Nach einem fünften, einem zweiten und einem vierten Platz in den ersten drei von zehn Rennen liegen sie auf Rang zwei der Gesamtwertung.
Fortsetzung folgt am 19. Juni 2011 in Brands Hatch … watch out!
ADAC GT Masters: Weltweite TV-Resonanz
Das ADAC GT Masters ist nicht nur die einzige deutsche Rennserie neben der DTM, die live im Fernsehen gezeigt wird, sie findet auch weltweite Resonanz. Live-Übertragungen, Aufzeichnungen, News und Highlights von den ersten beiden Veranstaltungswochenenden des ADAC GT Masters wurden von mehr als 20 verschiedenen TV-Sendern in über 50 Ländern gesendet. In Deutschland, Österreich und der Schweiz überträgt der private TV-Sender kabel eins bereits seit dem Jahr 2010 alle Rennen des ADAC GT Masters live im frei empfangbaren TV.
Alle Rennen des ADAC GT Masters werden über die ganze Saison in 40 europäischen Ländern zu sehen sein, so unter anderem auf dem Motorsportkanal ‚Motors TV‘. Darüber hinaus wird die Serie in Australien, Südafrika und dem Nahen Osten mit Highlights vertreten sein.