Nicht nur vor dem Anlauf komplett neuer Baureihen, auch bei Modellpflegemaßnahmen wie der umfassend aktualisierten C-Klasse führt Mercedes-Benz eine umfangreiche Gesamtfahrzeug-Dauererprobung durch. Mehrere Hunderttausende von Kilometern spulten die Mercedes-Testfahrer mit der modernisierten C-Klasse in vieler Herren Länder ab – auf Testgeländen, im Stadtverkehr, auf Staubpisten oder auf zugefrorenen Seen. Der Aufwand ist immens, doch unumgänglich: Nur so lässt sich die Zuverlässigkeit und die Langlebigkeit eines Mercedes-Benz sicherstellen.
Die Dauererprobung beinhaltet eine Reihe von Langstreckentests im Alltagsverkehr und auf Testgeländen, bei denen jeweils bestimmte Komponenten, Bauteile oder Funktionen im Mittelpunkt stehen. Aufgabe ist es, ein Autoleben im Zeitraffertempo durchzuspielen und damit die Belastungen und Beanspruchungen zu simulieren, denen ein Mercedes-Benz über viele Jahre in Kundenhand standhalten muss. Entsprechend anspruchsvoll sind die Versuche: Der so genannte Raffungsfaktor liegt je nach Test zwischen 1:150 und 1:2. Im ersten Fall entsprechen also 2.000 Testkilometer einer Alltagsbeanspruchung von durchschnittlich 300.000 Kilometern bei den Mercedes-Kunden.
Zu den Dauerversuchen gehören zum Beispiel:
Die Vollgas-Dauertests absolvierte die neue Generation der C-Klasse in einem Prüfgelände in Norddeutschland sowie auf einer Hochgeschwindigkeitsbahn in Italien. Die C-Klasse-Modelle legten dabei 50.000 Kilometer nahezu nonstop zurück – unterbrochen nur durch Tankstopps und Fahrer- sowie Reifen-wechsel. Überprüft wurden dabei unter anderem die Kühlung von Motor und Bremsen unter Berücksichtigung der Luftdurchströmung der neuen Stoßfänger.
Nicht minder hart ist die Beanspruchung bei der Anhänger-Dauererprobung, die Mercedes-Benz auf der Schwäbischen Alb durchführt. Mit maximaler Zuladung und höchstmöglicher Anhängelast sind die Testfahrzeuge viele tausend Kilometer auf den kurvigen und steilen Straßen des süddeutschen Mittelgebirges unterwegs. Fahrzeugstruktur und Antrieb werden dabei höchsten Belastungen ausgesetzt. Anschließend zerlegen und untersuchen die Mercedes-Ingenieure besonders beanspruchte Komponenten wie beispielsweise das Hinterachsgetriebe bis ins kleinste Detail.
Extreme Etappen hat auch der Welt-Dauerlauf in Namibia zu bieten. Die Mercedes-Testfahrzeuge müssen im Hochland und in der Trockenwüste Namib Steigungen von bis zu 23 Prozent und Pässe oberhalb der 2000-Meter-Marke ebenso bewältigen wie Pisten aus Steinen, Staub und Schotter. Nicht nur das Fahrwerk muss dabei seine Mercedes-Qualitäten beweisen. Auch Karosserie, Einbauteile im Interieur, Klimatisierung und Türdichtungen sind aufgrund der andauernden Schwingungsanregungen immensen Beanspruchungen ausgesetzt.